Luftrettung in Ostwestfalen-Lippe
Der in Bielefeld stationierte Zivilschutzhubschrauber Christoph 13 hat auch im Jahr 2025 seine enorme Bedeutung für die Notfallversorgung in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) unter Beweis gestellt. Mit insgesamt 1.120 Einsätzen verzeichnete die Station einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2024: 1.109). Dabei wurden 796 Patienten medizinisch versorgt, 195 Personen luftgestützt transportiert sowie 22 dringende Sekundärverlegungen zwischen Kliniken durchgeführt.
Auffällig an der Bilanz 2025 ist eine spürbare geografische Verschiebung der Alarmierungen. Während die Einsätze im Stadtgebiet Bielefeld von 597 auf 469 sanken, nahmen die Flüge in die benachbarten Kreise zu. So stiegen beispielsweise die Einsätze im Kreis Lippe auf 170 und im Kreis Gütersloh auf 154 an. „In Bielefeld wurde aufgrund der deutlich angestiegenen Einsatzzahlen der bodengebundenen Notfallrettung das Notarztsystem erweitert“, erklärt der Bericht den Rückgang der innerstädtischen Flüge. Diese strategische Maßnahme entlastet den Hubschrauber und erlaubt es der Crew, ihre Aufgaben als Primär-Hubschrauber im Umland gezielter wahrzunehmen.
Internistische Notfälle und hohe Expertise
Den größten Anteil am Einsatzspektrum machten erneut internistische Notfälle wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder schwere Atemstörungen aus. Im Vergleich zum bodengebundenen Rettungsdienst ist bei Christoph 13 jedoch der Anteil der Versorgung von Unfallverletzten signifikant höher. Die Besatzung profitiert dabei von einer umfassenden Ausbildung und Routine, die eine sichere Patientenversorgung auch unter schwierigen Bedingungen gewährleistet.
Wichtiger Baustein des Zivilschutzes
Christoph 13 ist dabei mehr als nur ein Rettungsmittel: Als Zivilschutzhubschrauber ist er essenzieller Bestandteil der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge. Vor dem Hintergrund aktueller weltpolitischer Entwicklungen gewinnt dieser Aspekt erneut an Relevanz. Der tägliche Einsatz im Luftrettungsdienst dient dabei auch dazu, die hohen fliegerischen und medizinischen Fähigkeiten der Crew dauerhaft aufrechtzuerhalten, um für besondere Katastrophenlagen gerüstet zu sein. Im Jahr des 50-jährigen Jubiläums des Bielefelder Notarztdienstes zeigt sich: Luftrettung ist kein Ersatz für bodengebundene Systeme, sondern eine leistungsfähige und oft lebensrettende Ergänzung.