
Wilde Wiese. Foto: Kreis Lippe
Tipps der Unteren Naturschutzbehörde für einen widerstandsfähigen und artenreichen Garten
Der eigene Garten ist mehr als nur ein Erholungsort: Er kann ein wichtiges Refugium für Flora und Fauna, den Natur- und Artenschutz unterstützen und negative Klimafolgen abfedern. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) misst diesen Flächen eine immer größere Bedeutung bei und gibt Tipps, wie Gärten fit für den Sommer und die Tier- und Pflanzenwelt gemacht werden können.
Der Garten als natürlicher Schwamm: Klimaanpassung und Grundwasserschutz
Angesichts zunehmender Wetterextreme sind naturnahe Gärten vorteilhaft. „Während versiegelte Flächen Hitze stauen, wirken bepflanzte Gärten wie ein Wärmeblocker und natürlicher Schwamm“, erklärt Daniel Telaar, Leiter der UNB. Dieser „Schwammeffekt“ hilft, Grundwasser aufzufüllen und Feuchtigkeit zu speichern.
Resilienz und Artenvielfalt: Mut zum Nichtstun und heimische Pflanzen
Ein kurz gemähter Rasen ist trockenheitsanfällig. Die UNB rät zu mehr Mut zum Nichtstun: „Lassen Sie den Rasenmäher öfter stehen oder ermöglichen Sie gezielt Wildwiesen“, so Theresa Warkentin. „Wildkräuter und -gräser sind durch ihre tieferen Wurzelsysteme resistenter gegen Hitze.“ Kompost erhöht zudem die Wasserspeicherkapazität. Dieser „Wildwuchs“ fördert die Artenvielfalt. Die UNB empfiehlt, heimischen Pflanzen den Vorzug zu geben (z.B. Wiesensalbei, Kornelkirsche), da sie optimal angepasst sind und Insekten sowie Vögeln ein verlässliches Nahrungsangebot bieten. Warkentin warnt vor invasiven Arten wie dem Kirschlorbeer, die einheimische Pflanzen verdrängen können.
Lebenswichtige Wasserstellen für die Tierwelt
In Hitzeperioden sind künstliche Wasserstellen für die Tierwelt überlebenswichtig. Insekten bevorzugen flache Schalen mit Landehilfen, Vögel erhöhte Tränken, und Igel bodentiefe Schalen. Eine regelmäßige Reinigung und Neuauffüllung ist dabei essenziell, um Krankheitserreger zu verhindern.

