Jeder Zweite Azubi psychisch belastet – dringende Reformen gefordert

25. Aug. 2026 | Überregionales

Junge Frau blickt nachdenklich mit Stift in Bibliothek, DGB Jugend Logo

DGB-Ausbildungsreport 2026: Gute Ausbildung darf junge Menschen nicht krank machen

Der aktuelle DGB-Ausbildungsreport 2026 enthüllt alarmierende Mängel in der dualen Berufsausbildung in Deutschland. Die Zufriedenheit der Auszubildenden ist auf einem historischen Tiefstand, über die Hälfte leidet unter psychischer Belastung und für fast zwei Drittel ist eine selbstständige Existenz kaum möglich. Der DGB Ostwestfalen-Lippe fordert umfassende Reformen und mehr Verantwortung der Betriebe.

Nur noch 65,7 Prozent der Befragten sind zufrieden – ein Rückgang von 5,9 Prozentpunkten zum Vorjahr. Zugleich leisten 35,4 Prozent regelmäßig Überstunden und 16,3 Prozent ausbildungsfremde Tätigkeiten. Der DGB OWL kritisiert: „Wer Nachwuchs gewinnen will, muss gute Ausbildung bieten. Überstunden und fehlende Betreuung sind keine Kavaliersdelikte.“

Mentale Gesundheit: Eine stille Krise

Besonders gravierend: 50,6 Prozent der Auszubildenden fühlen sich psychisch belastet. Ursachen sind Leistungs- und Zeitdruck, Personalmangel und Verantwortungsdruck. Gute Betreuung ist entscheidend: Bei stets verfügbaren Ausbilder*innen sind 8,5 Prozent hoch belastet; bei schlechter Erreichbarkeit steigt der Anteil auf 36 Prozent. Alarmierend ist zudem, dass 41,7 Prozent der psychisch Belasteten niemanden zum Reden haben. Der DGB fordert niedrigschwellige Beratungsangebote und verpflichtende Fortbildungen zur mentalen Gesundheit.

Finanzielle Notlage und DGB-Forderungen

Auch die finanzielle Lage ist prekär: 65,3 Prozent können von ihrer Vergütung nicht selbstständig leben. Ein Drittel erhält Unterstützung von Eltern, jede*r Achte arbeitet zusätzlich. Der DGB kritisiert: „Es kann nicht der Normalzustand sein, dass Auszubildende zusätzlich arbeiten oder auf ihre Eltern angewiesen sind.“ Weiterhin betont der DGB: „Wir brauchen Ausbildungsvergütungen, von denen junge Menschen leben können.“ Der Report hebt hervor, dass 75,7 Prozent der Auszubildenden mit Interessenvertretung zufrieden sind. Daher fordert der DGB eine deutliche Anhebung der Mindestausbildungsvergütung, verpflichtende Fortbildungen zu mentaler Gesundheit, den Ausbau von Azubiwohnheimen und verlässliche Übernahmeperspektiven.

Für den DGB-Ausbildungsreport 2026 wurden 13.227 Auszubildende aus 25 Berufen befragt, der Schwerpunkt lag auf der mentalen Gesundheit.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Kernaussagen des DGB-Ausbildungsreports 2026?

Der aktuelle DGB-Ausbildungsreport 2026 zeigt, dass die Zufriedenheit der Auszubildenden in Deutschland auf einem historischen Tiefstand ist. Über die Hälfte der Befragten fühlt sich psychisch belastet, und 65,3 Prozent können von ihrer Ausbildungsvergütung nicht selbstständig leben.

Welche Probleme bei der Ausbildung wurden festgestellt?

Laut DGB-Report leisten 35,4 Prozent der Auszubildenden regelmäßig Überstunden und 16,3 Prozent ausbildungsfremde Tätigkeiten. Ein weiterer Problembereich ist die mentale Gesundheit, da 50,6 Prozent der Befragten psychisch belastet sind und 41,7 Prozent davon niemanden zum Reden haben.

Was fordert der DGB Ostwestfalen-Lippe zur Verbesserung der Ausbildungssituation?

Der DGB Ostwestfalen-Lippe fordert eine deutliche Anhebung der Mindestausbildungsvergütung, verpflichtende Fortbildungen zur mentalen Gesundheit in den Betrieben, den Ausbau von Azubiwohnheimen und verlässliche Übernahmeperspektiven für Auszubildende.

Wie viele Auszubildende wurden für den Report befragt?

Für den DGB-Ausbildungsreport 2026 wurden insgesamt 13.227 Auszubildende aus 25 verschiedenen Berufen befragt.

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