Gelungener „Leichenschmaus“: FRAUENetzwerk Oerlinghausen bricht Tabus mit innovativem Death Café

10. Sep. 2026 | Kurz notiert

Ein „Death Café“ fördert den offenen Dialog über Tod und Bestattungswünsche

Einladung zu einem ungewöhnlichen Gespräch

Das FRAUENetzwerk Oerlinghausen lud am 4.9.2026 zu einem besonderen Ereignis ein: einem „Death Café“. Unter dem provokanten Untertitel „Leichenschmaus, ein Graus?“ war das Stadtteilzentrum Südstadt bis auf den letzten Platz gefüllt. Teilnehmende setzten sich offen mit der Frage auseinander: Welche Umstände wünsche ich mir anlässlich meines Todes? Was kann und möchte ich vorbestimmen?

Atmosphäre und Konzept

Was auf den ersten Blick als heikles Thema erscheint, wurde durch geschickte Gestaltung mühelos zugänglich. An liebevoll gedeckten Kaffeetischen mit Kaffee, Tee und Kuchen wagten die Veranstalterinnen sogar eine makabre Deko. Diese ließ anfängliche Hemmungen vor dem oft gemiedenen Thema schnell verfliegen und schuf eine entspannte Atmosphäre für den Austausch.

Moderation und inhaltliche Schwerpunkte

Elisabeth Schmelz vom FRAUENetzwerk Oerlinghausen führte kenntnisreich ins Thema ein, während Ute Kiel (Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Lippe e.V.) die „Death Café-Runde“ locker und sachkundig moderierte. Die Erkenntnis der Realität, dass auch der Tod nicht nur zum Leben gehört, sondern dass beide untrennbar miteinander verbunden sind, hat die Behandlung dieses Themas sozusagen unmittelbar auf den Kaffeetisch gelegt. Und durchaus gewünscht ergab es sich wie selbstverständlich, dass auch der Humor Einzug hielt.

Tiefe Gespräche und generationsübergreifende Relevanz

Schon vor Beginn der Moderationsthemen, der erste Kaffee war noch nicht ausgetrunken, waren alle Teilnehmenden bereits in die Thematik eingestiegen. Jeder Gesprächstisch entwickelte seine eigene Dynamik, seinen eigenen Tiefgang und Schwerpunkt, der stark von dem Erfahrungshintergrund der jeweiligen Gäste geprägt war. Erstaunlich war auch, dass viele Gäste eine sehr genaue Vorstellung von der Gestaltung und dem Ablauf ihrer eigenen Beerdigung hatten. Vielleicht war das auch dem Alter der Teilnehmenden geschuldet, die vorwiegend der Generation „Silver Age“ angehörten. Aber wäre es nicht durchaus eine spannende Thematik auch für jüngere Menschen, ist doch der Tod nur bedingt altersabhängig.

Ausblick: Wunsch nach Fortsetzung

Nicht nur deshalb sind Vertiefungen in weiteren Kaffee-Runden sehr erwünscht, klang es unisono am Ende dieser sowohl sinnreichen als auch sinnvollen Veranstaltung seitens der Teilnehmenden, sehr zur Freude der Veranstalterinnen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein „Death Café“?

Ein „Death Café“ ist eine Veranstaltung, die einen offenen Dialog über Tod und Bestattungswünsche fördert.

Wer hat das „Death Café“ in Oerlinghausen veranstaltet und wann fand es statt?

Das FRAUENetzwerk Oerlinghausen veranstaltete das Ereignis am 4. September 2026 im Stadtteilzentrum Südstadt in Oerlinghausen.

Wer moderierte die Veranstaltung?

Elisabeth Schmelz vom FRAUENetzwerk Oerlinghausen führte ins Thema ein, und Ute Kiel vom Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Lippe e.V. moderierte die Runde.

Gibt es Pläne für weitere „Death Café“-Veranstaltungen?

Ja, laut den Teilnehmenden und Veranstalterinnen ist eine Fortsetzung in weiteren Kaffee-Runden sehr erwünscht.

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