
Unentgeltlich engagieren sich die 15 Frauen und fünf Männer unterschiedlichen Alters für die Gäste im Café 104 am Leopoldshöher Marktplatz. Foto: Mandy Göhler
„Kaffee, Kuchen, Kirche“
Leopoldshöhe (kd). In Cafés und Kneipen kommen Menschen ungezwungen zusammen. Heute bieten sogar christliche Gemeinden solche Treffpunkte an. Seit 2021 betreibt auch die evangelisch-reformierte Gemeinde Leopoldshöhe einen öffentlichen Ort für Begegnung und Austausch. Das wurde kürzlich gefeiert.
Ein beliebter Treffpunkt mit besonderem Flair
„Ach, es gibt ein Jubiläum? Was, erst fünf Jahre? Ich dachte, das gäbe es schon länger“, meinte ein weiblicher Stammgast. Für viele Besucher ist das kleine Café 104 am Marktplatz längst zu einer festen Einrichtung geworden. Es kommen Einwohner aus Leopoldshöhe und aus benachbarten Orten, auch manche Radlergruppe auf Tour legt hier eine Pause ein. Es handelt sich zwar um einen gastronomischen Betrieb, jedoch der anderen Art. Denn das Besondere daran sind nicht allein die selbstgebackenen Kuchen, sondern auch die ehrenamtlich Mitwirkenden und die herzliche Atmosphäre. „Entscheidend ist die persönliche Ansprache der Menschen“, sagte Ulrike Schweitzer, die den Einsatz der 20 Freiwilligen koordiniert. „Auf diese Weise versuchen wir, den christlichen Gedanken weiterzugeben.“
Miteinander fördern, Dorfleben stärken
„Kurz gesagt: Wir möchten das Miteinander fördern. Das Dorf muss Dorf bleiben“, erklärte sie das Ziel. Dazu gehöre vor allem, dass die Gäste zufrieden sind. Wie das erreicht werden kann, hat Ulrike Schweitzer schon während ihrer Berufstätigkeit gelernt. Denn mit Essen und Trinken kennt sie sich aus. Bis zu ihrem Ruhestand leitete sie eine Schule für Diätassistentinnen. „Hier im Café zählen wir aber keine Kalorien“, sagte sie. „Für die Seele braucht man manchmal ein Stück Sahnetorte.“
Genuss und Qualität statt Fastfood
Passend zur Jahreszeit stehen heute Pflaumenkuchen, Stachelbeerbaiser und auf der Karte. Auch Bienenstich und Waffeln werden das ganze Jahr über gern bestellt. „Mittags kommen Suppen immer gut an“, sagte Ulrike Schweitzer. „Wenn es Steckrübeneintopf gibt, freuen sich die Lipper.“ Fastfood wie Pommes und Pizza werde bewusst nicht angeboten. Das Café und seine engagierten Kräfte fühlen sich eher dem Prinzip des Slowfood verpflichtet.
Ein Mittel gegen Einsamkeit und für Teilhabe
Zu den regelmäßigen Gästen des Cafés 104 gehören Bewohner der nahegelegenen Seniorenwohnheime. „Hier ist Teilhabe möglich“, sagte Ulrike Schweitzer. „Es ist ein Mittel gegen Einsamkeit. Manche kommen auch mit Sorgen, man sieht es sofort. Dann fragen schon mal nach.“ Die Zuwendung wirke sich auf jeden Fall positiv aus. „Das Gefühl zusammen zu gehören ist unverkennbar. Wir sind schon eine richtig kleine Café-Gemeinde geworden“, meinte die Koordinatorin.
Stark durch ehrenamtliches Engagement
Gleiches treffe auf die ehrenamtlich Mitwirkenden zu. Es sind zumeist Frauen unterschiedlichen Alters, auch Berufstätige opfern ihre Freizeit, um die Gäste zu bedienen. „Wir sind ein gutes, fröhliches Team, das sich gern für andere einsetzt“, sagte Ulrike Schweitzer. „Aber wir sind immer froh über Unterstützung.“ Wer sich für die Mitarbeit interessiert, wird eingearbeitet und kann die Zeit flexibel wählen. Die Mithilfe ist schon ab zwei Stunden möglich.
Offen für alle, verwurzelt im Glauben
Auch wenn das Café zur Kirchengemeinde gehört, sind alle Gäste – unabhängig vom Glauben – willkommen. Nicht zuletzt wird schon in der Bibel an zahlreichen Stellen auf den Wert der Gastfreundschaft hingewiesen. Auf den Bezug zur christlichen Botschaft verweist auch der Name des Cafés: Im Psalm 104 heißt es: „Lobe den Herrn, meine Seele!“
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Café 104?
Das Café 104 in Leopoldshöhe ist ein ehrenamtlich betriebener Treffpunkt der evangelisch-reformierten Gemeinde, der seit 2021 besteht und für Begegnung und Austausch gedacht ist.
Wer betreibt das Café 104?
Das Café 104 wird von der evangelisch-reformierten Gemeinde Leopoldshöhe betrieben, wobei etwa 20 Freiwillige ehrenamtlich mitwirken. Koordiniert wird ihr Einsatz von Ulrike Schweitzer.
Was macht das Café 104 besonders?
Besonders am Café 104 sind die ehrenamtlich Mitwirkenden, die herzliche Atmosphäre, die persönlichen Ansprachen sowie die selbstgebackenen Kuchen und Speisen. Es legt Wert auf Miteinander und den Slowfood-Gedanken.
Kann man sich im Café 104 ehrenamtlich engagieren?
Ja, das Café 104 freut sich über Unterstützung durch weitere Ehrenamtliche. Interessierte werden eingearbeitet und können ihre Zeit flexibel ab zwei Stunden einbringen.



