
Als Botschafter der NRW Stiftung überreichte Hans Feuß (links) dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Helmut Depping, den Förderungsbescheid. Fotos: kd
Mit Ausdauer zum Ziel
NRW Stiftung fördert neuen Unterstand am Heimathof
Leopoldshöhe (kd). Das Museum am Heimathof in Leopoldshöhe ermöglicht einen Einblick in das Leben und Arbeiten früherer Zeiten. Einige Ackergeräte stehen unter freiem Himmel. Zu ihrem Schutz plant der Heimatverein einen Unterstand. Die NRW Stiftung fördert den Bau mit 20.000 Euro. Der Bescheid wurde jetzt übergeben.
Schutz für historische Ackergeräte
Das Heimatmuseum hat jährlich mehr als 3.000 Besucher. Vor dem Fachwerkgebäude von 1793 werden größere Gerätschaften präsentiert. „Sie sind der Witterung ausgesetzt und nur schwer der Nachwelt zu erhalten. Außerdem haben wir noch etliche Landmaschinen eingelagert“, sagte Helmut Depping, Vorsitzender des Heimatvereins. Mit der neuen Remise soll nun Abhilfe geschaffen werden.
Herausforderungen bei Planung und Genehmigung
Zunächst mussten allerdings noch mehrere Schwierigkeiten bewältigt werden, schon seit zwei Jahren verfolgt der Heimatverein den Plan. Da die Gemeinde Leopoldshöhe keine finanziellen Mittel beisteuern konnte, werden die Handwerker der sogenannten Dienstagsgruppe des Vereins viel Eigenleistung erbringen. Lange musste auf die Baugenehmigung gewartet werden. Schließlich bemängelte die Kreisverwaltung, der Naturschutz sei beeinträchtigt. Mit Unterstützung von Brigitte Scheuer vom Lippischen Heimatbund und Ratsmitglied Andreas Brinkmann konnten alle Bedenken ausgeräumt werden. Die Architektin Annette Schulze erklärte sich sogar bereit, ehrenamtlich zu arbeiten.
Historische Bauweise für die Remise
Der offene Unterstand soll an die Architektur des vorigen Jahrhunderts erinnern. Er wird 16 Meter lang, 5,65 Meter tief und schließt an das vorhandene Wirtschaftsgebäude an. Die linke Außenseite wird von Julian Schulze in Fachwerkkonstruktion gebaut. Für die Gefache werden Ziegel, Backstein und Klinker verwendet und wie in früheren Zeiten mit Kalk-, Lehm- Gips- und Zement verputzt. Das Dachdeckung wird mit Tonziegeln gedeckt. „So wird die Remise in das bestehende Gebäudeensemble auf dem Heimathof integriert“, erläuterte Depping.
Finanzierung durch Eigenleistung und NRW Stiftung
Der Verein rechnet mit Baukosten von insgesamt 52.000 Euro. Davon wird der größte Teil durch Rücklagen und Eigenleistung aufgebracht. Auf Anfrage sagte auch die NRW Stiftung ihre Unterstützung zu und bewilligte 20.000 Euro. „Das ist schon ein dicker Batzen“, meinte Hans Feuß, der Botschafter der Stiftung. Mit der Zuwendung werde zugleich die umfangreiche Arbeit des Heimatvereins anerkannt. „Das verdient Respekt, was hier alles geleistet wird“, sagte Feuß.
Anerkennung für ehrenamtliches Engagement
Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Bürgermeister Jörg Amelung. Er lobte die Eigeninitiative, das ehrenamtliche Engagement und die Zähigkeit des Vereins. Brigitte Scheuer vom Lippischen Heimatbund meinte, der Heimathof sei „etwas Besonderes und sehr vorzeigenswert“. Sie bedauerte allerdings, dass die Gemeinde „so wenig macht, um den Heimatverein zu unterstützen“.
Fertigstellung zur Jubiläumsfeier 2026 geplant
2026 wird der Verein 50 Jahre alt. „Wir möchten die Remise bis zur Jubiläumsfeier am 28.8.2026 fertigstellen“, kündigte der Vorsitzende Depping an. „Auch wenn das Ziel durch das strapazierende und zeitintensive Genehmigungsverfahren eine echte Herausforderung bedeutet.“



