
Bürgermeister Prof. Dr. Martin Hoffmann, in seinem kleinen funktionalen Büro. Als Bürgermeister wird er als Kandidat der CDU, der Grünen, der FDP und seiner eigenen Partei, der SPD, zur Wiederwahl antreten. Foto: Reiner Toppmöller
Kandidat zur Wiederwahl – Bürgermeister Prof. Martin Hoffmann
Leopoldshöhe (rto). Es ist schon etwas ungewöhnlich, spricht aber für den Kandidaten, wenn sich so unterschiedliche Fraktionen wie die der CDU, der Grünen und der FDP zur Kommunalwahl auf den gemeinsamen amtierenden Bürgermeister der SPD einigen.
„Es gibt mir das Gefühle, dass ich nicht alles falsch gemacht haben muss. Für mich ist es nicht einfach gewesen immer auch einen Konsens zu finden zwischen den unterschiedlichen Fraktionen und ihren politischen Ansichten. Man muss alle ernst nehmen, Es macht viel Arbeit, aber wir sind eine kleine Kommune und da zählt am Ende das Ergebnis“, sagt Bürgermeister Prof. Dr. Martin Hoffmann.
Als er vor fünf Jahren gewählt wurde, musste er seine Professur an der TU OWL ruhenlassen. Ein neues Gesetz macht es möglich, dass die Professur ruht und er nicht seinen Job kündigen musste. Der Staat sorgt so dafür, dass Meschen wir er, so ein öffentliches Amt bekleiden können, ohne die Furcht nach Abwahl oder erfolgloser Kandidatur sich im Nichts wieder zu finden.
Doch zurück zur Person Martin Hoffmann. Zur Zeit des Interwies mit dem Redakteur des Blauen Blattes ging der Bürgermeister noch davon aus als Allein-Kandidat die Kommunalwahl anzutreten. Zwar wurde im Umfeld schon gemunkelt, dass noch mindestens ein Kandidat antreten wird, doch offiziell war da noch nichts. Also ist die Frage erlaubt, wie er damit umgeht? Denn schließlich lebt die Demokratie von Wettbewerb. Martin Hoffmann, auf die Titel soll der Redakteur verzichten, sagt er, sieht das als gewaltigen Vertrauensbeweis.
Zuerst habe ihn die CDU gefragt, ob er weitermachen möchte. „Dann musste ich ja nachdenken und mit meiner Frau sprechen. Unsere Lebensplanung war ja ursprünglich eine andere. Sie war einverstanden, denn auf Grund meiner großen Verbundenheit zu meinem Heimatort kann ich doch so noch einiges für meine Heimat bewegen“, sagt der Bürgermeister.
Die Herausforderungen werden aber nicht einfacher. „Der Haushalt, das geplante Wohngebiet Brunsheide und die Frage der Windkrafträder. Da ist einiger Druck auf der Muschel“, sieht der Vierundvierzigjähre auf sich zukommen. Für die Entwicklung der Brunsheide habe es Fördermittel gegeben. Egal wie es jetzt ausgehen wird, der Bürgermeister sieht dort die von Bund und Land geförderten Mietwohnungen.
Gute Nachrichten konnte Martin Hoffmann ebenfalls zum Gespräch mitbringen. Aus Förderüberschüssen des Landes die zum Jahresende ausgeschrieben wurden, bekam er, dank seiner schnellen Bewerbung, 1 Mio. Euro für die Schulen und Kindergärten der Gemeinde. „Es gab zahlreiche Anträge dazu aber nur unser Antrag war vollständig. Es ist doch schön zu sehen, dass sich solche Arbeit lohnt“, strahlt er sichtlich zufrieden.
Mit seinem Eintritt in die Verwaltung vor fünf Jahren sei auch frischer Wind ins Rathaus gekommen, betont er noch. Als Vertreter der jüngeren Generation und aus seiner Tätigkeit als IT-Professor heraus, habe er nicht nur moderne Technik und Arbeitsplätze eingeführt, sondern auch für moderne Kommunikationswege gesorgt und beschreibt es so: „Wir denken und arbeiten jetzt moderner.”
Wenn Martin Hoffmann als Bürgermeister im Amt bestätigt wird, will er das gute und konstruktive Verhältnis mit den Fraktionen fortsetzen. Allerdings ist er nicht nur gespannt auf die neuen Zusammensetzung des Rates, sondern sieht mit dem Einzug populistischer neuer Fraktionen, egal von welcher Seite, Probleme auf die Ratsarbeit zukommen, die der Gemeinde nicht dienlich sind.
Dennoch, auf die Frage wie lange er sich denn vorstellen könne Bürgermeister zu sein, wenn er wieder gewählt wird, sagt der mit seinen 44 Jahren doch noch recht junge erste Bürger der Gemeinde: „Dann wird das Ziel, als Bürgermeister die Rente zu erreichen sein“, und lacht da bei herzlich.
(von Reiner Toppmöller – r.toppmoeller@dasblatt.de)



