
Pfarrer Andreas Gronemeier (links) zusammen mit den diesjährigen Seminarteilnehmern nach der Einsegnung in der Kililanskirche. Fotos: Reiner Toppmöller
Ein gesegnetes Ehrenamt
Einsegnung neuer Notfallseelsorger
Kreis Lippe/Schötmar (rto). Am 3. Adventsamstag wurden jetzt in Schötmar zwanzig neue Notfallseelsorger in einem Gottesdienst in der Kiliankirche eingesegnet. Das Ehrenamt des Notfallseelsorgers ist das Einzige, das mit einer Einsegnung startet. Vorausgegangen dieser Zeremonie ist eine ca. einjährige Ausbildung mit rund 100 Stunden Unterricht.
Die neuen Kolleginnen und Kollegen trafen sich vor dem Gottesdienst und wurden mit der Lila-Einsatzjacke und einem Rucksack ausgerüstet. Danach wurden die „Neuen“ von Pfarrer Andreas Gronemeier feierlich in die Kirche geführt. Mit dem kirchlichen Segen erhielten die Teilnehmer des Lehrgangs ihre Urkunden und können ab jetzt als Notfallseelsorger eingesetzt werden.
Aufgaben und Ausbildung der Notfallseelsorge
Um Notfallseelsorger zu werden, absolviert man eine ca. 100 Stunden lange, spezielle Ausbildung bei den Kirchen oder Hilfsorganisationen wie dem DRK, dem ASB, den Johannitern oder Maltesern und durchläuft eine Hospitation, um Menschen in akuten Krisen wie Unfällen, Todesfällen oder Bränden beizustehen. Dazu gehört auch der Beistand für die Einsatzkräfte nach psychisch belastenden Einsätzen. Die Ausbildung vermittelt psychologisches Wissen, Gesprächsführung, Selbstschutz und interkulturelle Kompetenz und bereitet auf die oft nächtlichen und unregelmäßigen Einsätze vor, bei denen man über die Leitstellen alarmiert wird.
Voraussetzungen für das Ehrenamt
Grundvoraussetzung für die Teilnahme und Ausbildung zum Notfallseelsorger sind Engagement, Belastbarkeit, gute Erreichbarkeit (Handy, Auto) sowie Interesse an Menschen und Psychologie.
Inhalte der Ausbildung
Die Ausbildung umfasst in theoretische Module aufgeteilt: Psychotraumatologie, Krisenintervention, Gesprächsführung, rechtliche Rahmenbedingungen, Umgang mit Suizidalität, Psychohygiene, Training von Selbstschutz und die Begleitung spezieller Zielgruppen. In der Praxis sind Rollenspiele und Hospitation wichtige Bestandteile, oft zusammen mit der Feuerwehr und der Polizei.
Auswahlprozess und fortlaufende Begleitung
„Alle Bewerber werden vor der Ausbildung von einem siebenköpfigen Gremium interviewt, bevor sie in die Ausbildung aufgenommen werden“, sagt Andreas Gronemeier und weiter: „Oft haben die Bewerber schon Vorerfahrungen aus unterschiedlichen Betreuungsberufen. Die Notfallseelsorger müssen manches aushalten. Um sich selbst zu schützen, gibt es alle sechs Wochen ein Treffen zur Fallbesprechung. Über alle Fälle müssen Berichte geschrieben werden.“
Die Lippische Notfallseelsorge
Die Lippische Notfallseelsorge umfasst derzeit 106 Mitglieder. Zur Einführung ihrer neuen Kollegen waren auch zahlreiche schon aktive Notfallseelsorger in die Kilianskirche gekommen.



