Fadenpilz-Alarm: Rasur als neue Ansteckungsquelle identifiziert?

21. Apr. 2026 | Gesundheit

Durch minimale Verletzungen können bei der Rasur Pilzsporen in die Haut eindringen und so zu einer Fadenpilzerkrankung führen. Foto: AOK/colourbox/hfr

Achtsamkeit geboten: Pilzinfektionen auf dem Vormarsch

Gerötete Flecken, entzündliche Schuppungen und kahle Stellen auf Kopf oder Bart können auf eine Fadenpilzinfektion (Trichophyton tonsurans) hindeuten. Fälle häufen sich jüngst in Arztpraxen im Kreis Lippe und Bielefeld. Während die Übertragung traditionell im Ringersport durch engen Hautkontakt bekannt war, können auch gemeinsam genutzte Kopfkissen, Handtücher oder Kleidung den Pilz verbreiten.

Neue Übertragungswege und Früherkennung

Ein besorgniserregender neuer Übertragungsweg sind kontaminierte Haar- oder Barthaarschneideutensilien. Minimale Verletzungen bei der Rasur bieten Pilzsporen eine ideale Eintrittspforte. Dies erklärt, warum vermehrt Kinder und junge Männer betroffen sind, deren Symptome oft erst Wochen nach Ansteckung sichtbar werden. „Wer auffällige Hautstellen bemerkt, sollte umgehend ärztlichen Rat einholen“, empfiehlt Matthias Wehmhöner, AOK-Serviceregionsleiter, und rät zum Besuch eines Hausarztes oder Dermatologen. Hautärzte beobachten eine Zunahme der Infektionszahlen, obwohl der Pilz nicht meldepflichtig ist.

Behandlung und Verhaltensregeln

Bei bestätigter Fadenpilz-Diagnose ist eine konsequente Behandlung unerlässlich. „Je nach Schwere wird ein Antimykotikum zum Einnehmen oder Eincremen verordnet“, so Wehmhöner. Da Pilze feuchte Umgebungen bevorzugen, müssen betroffene Hautbereiche trocken gehalten werden. Sauna- oder Schwimmbadbesuche sind während der akuten Krankheitsphase dringend abzuraten.

Wichtige Hygienetipps zur Prävention

Zur Verhinderung weiterer Verbreitung sind strikte Hygienemaßnahmen entscheidend. Körperkontakt sollte bei Infizierten vermieden werden. Persönliche Gegenstände wie Kämme, Bürsten, Rasierapparate, Kopfkissen oder Handtücher dürfen nicht gemeinsam genutzt werden. Waschbare Textilien sind bei mindestens 60 Grad mit Bleichwaschmittel oder Hygienespüler zu reinigen. Scherköpfe, Rasierer und Kämme müssen nach jedem Gebrauch desinfiziert werden; Rasierklingen idealerweise nur einmal verwenden. Beim Besuch von Friseuren oder Barbershops empfiehlt es sich, Hygienestandards zu erfragen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Gute Hygiene ist der beste Schutz!

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