Gymnasium Oerlinghausen startet Projekttage mit spannendem Luhmann-Vortrag

23. März 2026 | Oerlinghausen

„Wer war eigentlich Niklas Luhmann?“ – Auftakt der Demokratie-Projektwoche mit Einführung in das Werk des Namensgebers.

Eröffnung der Projekttage zum Thema „Demokratie“

Am Dienstagabend (17.3.2026) versammelten sich zahlreiche interessierte Bürger, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern in der Aula des Niklas-Luhmann-Gymnasiums zur Eröffnung der Projekttage. Unter dem Motto „Demokratie“ startet diese Woche ein vielfältiges Workshop-Programm, das die Schulgemeinschaft stärken und am Freitag mit einem von der Schülervertretung initiierten Spendenlauf abschließen soll. Den Auftakt bildete ein Vortrag, der der Frage nachging: „Wer war eigentlich Niklas Luhmann?“.

Einführung und Vorstellung des Referenten

Musikalisch eingeleitet wurde der Abend mit einer Darbietung von „Summertime“ durch Stefanie Dermann und Alfons Haselhorst. Schulleiterin Katrin Tebben dankte allen Beteiligten für die Vorbereitung der Projekttage. Anschließend stellte Nike Alkema von der Schulpflegschaft den Referenten Dr. Martin Weißmann vor, einen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fakultät für Soziologie an der Universität Bielefeld, wo Luhmann 1968 als erster ordentlicher Professor wirkte.

Einblicke in Luhmanns Systemtheorie

Dr. Weißmann gelang es hervorragend, den Namensgeber der Schule einem breiten Publikum näherzubringen. Er zeichnete Luhmanns beeindruckenden Werdegang nach, vom Verwaltungsbeamten zum bedeutendsten Denker der Soziologie. Die Komplexität von Luhmanns Systemtheorie, mit Begrifflichkeiten wie „Kontingenz“, „Kommunikation“ und der „funktionalen Differenzierung“, wurde gekonnt und nachvollziehbar vermittelt. Ein Überblick über Luhmanns umfangreiches Werk, das fast 900 publizierte Texte umfasst, verdeutlichte seine immense Schaffenskraft.

Persönliches und intensive Diskussion

Persönliche Einblicke in Luhmanns Leben boten ausgewählte Interviewaufzeichnungen, die seine Person mit Bild und Stimme lebendig werden ließen, darunter eine Passage, die mutmaßlich auf der Terrasse seines Hauses in Oerlinghausen aufgenommen wurde. Die nachfolgende Diskussion mit kritischen Fragen, etwa zur Relevanz Luhmanns für heutige Soziale Medien, zeigte die intensive Auseinandersetzung des Publikums. Trotz verbleibender „Knoten im Kopf“, wie Schulleiterin Tebben scherzhaft anmerkte, war die intellektuelle Anregung groß.

Programm der Projektwoche und Spendenlauf

Das Schülersprecherteam Konstantin Haase und Mia-Lotta Kosmann informierte im Anschluss über das Programm der Projektwoche und rief zur Teilnahme am Spendenlauf auf, um Theorie und Praxis zu verbinden. Den Abschluss bildete Louis Armstrongs „What a Wonderful World“, das die Besucher mit einer hoffnungsvollen Botschaft in eine „offene Zukunft“ entließ.

Das Niklas-Luhmann-Gymnasium: Einzigartiger Namensgeber

Das Niklas-Luhmann-Gymnasium, 2000 umbenannt, ist das, soweit bekannt, einzige Gymnasium in Deutschland, das den Namen des 1998 in Oerlinghausen verstorbenen Denkers trägt. Im kommenden Jahr wäre Niklas Luhmann 100 Jahre alt geworden – ein Umstand, auf den die Stadt und das Gymnasium mit Stolz blicken können.

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