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Krieg und Kulturerbe: Detmolder Ausstellung „Under Broken Skies“ mahnt zum Schutz des gemeinsamen Gedächtnisses

29. Okt. 2025 | Kurz notiert

Detmold: „Under Broken Skies“ beleuchtet das zerstörte ukrainisch-deutsches Kulturerbe

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine zerstört unwiederbringliches Kulturerbe. Über 1.200 Kulturdenkmäler sind bereits beschädigt oder vernichtet – ein Verlust für das gemeinsame europäische Gedächtnis.

Ab dem 20.11.2025 präsentiert das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold die Ausstellung „Under Broken Skies. Ukrainisch-deutsches Kulturerbe an der Frontlinie“. Sie beleuchtet Zerstörung und Spuren des jahrhundertelangen Zusammenlebens von Ukrainern und Deutschen.

Ein Projekt der Solidarität und Erinnerung

Die Initiative von DEPART e.V., dem Kulturreferat für Russlanddeutsche, dem Rat der Deutschen in der Ukraine und dem Museum rückt historische Verflechtungen in den Kriegsgebieten in den Fokus.

Gezeigt werden eindringliche Fotografien aus „Wiki Loves Monuments“, die das gefährdete Erbe der Deutschen in der Ukraine dokumentieren. Viele Bauwerke in Cherson, Saporischschja und Donezk existieren heute nur noch auf den Bildern. Irina Unruh kuratierte die Schau, ergänzt durch historische Karten und Archivmaterial. Ein Begleitkatalog mit einem Essay von Robert Faber bietet vertiefende Hintergründe.

Kulturerbe als Widerstand 

Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnet die Ausstellung als „Zeichen der Solidarität“. Dietmar Schulmeister (DEPART e.V.) unterstreicht: „Kulturelles Erbe stiftet Identität – seine Bewahrung ist Teil des Widerstands gegen das Vergessen.“ Volodymyr Leysle vom Rat der Deutschen in der Ukraine ergänzt, es erinnere an ein „jahrhundertelanges Zusammenleben“ und mahne zur Toleranz.

Historische Tiefen und neue Perspektiven

Bis 1941/42 lebte fast die Hälfte der ethnischen Deutschen der Sowjetunion auf dem Gebiet der heutigen Ukraine, deren Geschichte lange verdrängt wurde. Erst nach der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 wurde dieses Kapitel neu belebt. Edwin Warkentin (Kulturreferent) betont das Ziel, über „Identität und europäische Kultur – jenseits imperialer Deutungsmuster“ zu sprechen.

Die offizielle Eröffnung findet am 20.11.2025 um 18.00 Uhr im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Georgstr. 24, in Detmold statt. Die Ausstellung ist bis zum 20.7.2026 zu sehen. Ein Begleitkatalog ist erhältlich.

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