Männer entwickeln häufiger eine Fettleber als Frauen

12. Mai 2026 | Gesundheit

Mann versucht, eine zu enge Jeans und ein Hemd zu schließen, wobei der Bauch hervorquillt

Denkzettel für schlechte Ernährung

Die Zahlen der Deutschen Leberstiftung sind alarmierend: Rund ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland leidet an einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD). Dieser besorgniserregende Trend betrifft Männer häufiger als Frauen, und bereits jedes dritte übergewichtige Kind ist betroffen.

„Eine krankhafte Fettleber entsteht oft durch falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht oder Diabetes“, erklärt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner. Er betont, wie wichtig eine Lebensstiländerung ist und dass zuckerarme Obstsorten die Leberentgiftung und -heilung fördern können. Die Heimtücke der Fettleber: Sie bleibt lange unbemerkt, da sie anfangs keine Beschwerden verursacht. Die Diagnose erfolgt oft zufällig bei Routineuntersuchungen.

Gesundheitsrisiken und Folgen

NAFLD ist häufig mit Übergewicht, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen verbunden. Neben ungesunder Ernährung können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Dr. med. Katja Schwarzenhölzer von der AOK NordWest warnt vor schwerwiegenden Risiken: Neben Leberschäden (Entzündungen, Fibrosen) steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz. Zudem erkranken Betroffene häufiger an Diabetes, da schädliches Leberfett die Insulinempfindlichkeit verschlechtert und die Blutgefäße verkalken lässt. Die Verfettung kann sich zu einer Fettleber-Hepatitis und sogar zur Zirrhose entwickeln. Schwarzenhölzer betont: „Die NAFLD ist die wesentlich häufigere Variante als die alkoholische Fettleber.“

Lebensstil als Schlüssel zur Heilung

Aktuell gibt es keine Medikamente gegen NAFLD. Die gute Nachricht: Eine Fettleber ohne Entzündung oder Fibrose kann sich oft in wenigen Wochen bis Monaten vollständig zurückbilden, wenn die Ursache beseitigt wird. „Die einzige Therapie ist daher die Änderung des Lebensstils und die Behandlung von Begleiterkrankungen“, erklärt die AOK-Medizinerin. Sie empfiehlt dringend Gewichtsreduktion durch Ernährungsumstellung, mehr Bewegung sowie den Verzicht auf Alkohol und Zigaretten.

Obst für eine gesunde Leber

Zuckerarme Obstsorten wie Grapefruit, Heidelbeeren, Zitronen, Avocado, Brombeeren, Äpfel, Granatäpfel und Orangen unterstützen die Leber. Früchte mit hohem Zuckergehalt (z.B. Trauben, Ananas, Bananen, Mangos) sollten nur in Maßen verzehrt werden. Gezuckerte Obstkonserven, Trockenfrüchte, kandierte Früchte oder Obstmus sind zu meiden.

Weitere Informationen zur gesunden Ernährung unter aok.de

Dunkle Holzplatte mit geschnittenen Früchten: Ananasstücke, Apfel-, Bananen-, Grapefruit- und Melonenscheiben, bestäubt
Neben der Änderung des eigenen Lebensstils können zuckerarme Obstsorten wie zum Beispiel Grapefruit, Heidelbeeren oder Granatäpfel zu einer Entgiftung und Heilung der Leber beitragen. Foto: AOK/colourbox/hfr
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