Magen-Darm-Infektionen in Lippe und Bielefeld steigen deutlich an

10. Juni 2026 | Gesundheit

Junge Frau in grauer Kleidung sitzt auf einem Bett und hält sich mit beiden Händen den Bauch

Gesundheitswarnung der AOK NordWest

Kreis Lippe / Bielefeld. Die Region verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei Magen-Darm-Infektionen durch Salmonellen und Campylobacter-Bakterien. Basierend auf RKI-Zahlen meldet die AOK NordWest für das vergangene Jahr im Kreis Lippe 186 Fälle (+19 zum Vorjahr) und in Bielefeld 209 Fälle (+26 zum Vorjahr). Diese Erreger verursachen oft heftige Durchfälle, Fieber und Erbrechen.

Hauptursachen: Campylobacter und Salmonellen

Beide Erreger sind meldepflichtig. Die Campylobacter-Enteritis hat die Salmonellose als häufigste bakterielle Durchfallerkrankung in der Region überholt. Für 2025 wurden im Kreis Lippe 152 Campylobacter- und 34 Salmonellen-Infektionen gezählt, in Bielefeld 182 Campylobacter- und 27 Salmonellen-Infektionen. Die Übertragung erfolgt oft über rohe Eier, Geflügel und Fleisch.

Sorgfältige Hygiene schützt

AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner warnt: „Mit steigenden Temperaturen wird wieder mehr gegrillt. Dabei steigt auch die Gefahr, an Magen-Darm-Infektionen zu erkranken. Vorbeugend sollten bestimmte Hygieneregeln beim Umgang mit Lebensmitteln beachtet werden.“ Dazu zählen gründliches Händewaschen, das Trennen roher und gekochter Lebensmittel, sofortige Entsorgung von Tauwasser sowie die Reinigung von Küchenutensilien nach Kontakt mit rohem Fleisch. Campylobacter kann sogar im Kühlschrank überleben.

Risikogruppen benötigen besondere Vorsicht

Die Infektionen beginnen oft mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, gefolgt von Übelkeit und Durchfällen. Während die meisten Verläufe mild sind, können sie bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren und immungeschwächten Personen ernsthafte Komplikationen verursachen. „Besonders bei älteren Menschen kann es durch den hohen Flüssigkeitsverlust und die damit verbundene Kreislaufbelastung rasch zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen„, betont Wehmhöner. Bei anhaltendem Fieber, Durchfall oder Erbrechen länger als zwei Tage ist umgehend ärztliche Hilfe aufzusuchen.

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