Tummelwiese Kinderhaare: Kindergarten- und Grundschulkinder sind besonders von Kopfläusen betroffen. Durch Anti-Läusemittel und Auskämmen kann eine Ausbreitung verhindert werden. Foto: AOK/Colourbox/hfr
Juckende Köpfe im Fokus: AOK NordWest registriert Anstieg von Kopflausbefall in Lippe und Bielefeld
Kreis Lippe / Bielefeld. Juckreiz auf dem Kopf ist ein klares Signal für Kopfläuse. Eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest zeigt einen verstärkten Befall in der Region: Im Kreis Lippe stiegen die Verordnungen für Anti-Läusemittel von 501 (2025) auf 584 (2024) Packungen. Auch in Bielefeld gab es einen Anstieg von 336 auf 466 Packungen. „Läuse sind zwar lästig, aber ungefährlich und verbreiten üblicherweise keine Krankheiten. Trotzdem sollten sie schnell behandelt werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden“, erklärt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.
Die lästigen Plagegeister im Detail
Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein kleines Insekt, das sich im menschlichen Kopfhaar von Blut ernährt. Ihr Stich injiziert Speichel, der starken Juckreiz verursacht. Häufiges Kratzen kann Bissstellen wund und entzündet machen. Die weiblichen Läuse heften ihre Eier (Nissen) mit einem wasserunlöslichen Klebstoff nahe der Kopfhaut an die Haare, was das Auswaschen unmöglich macht.
Kopfläuse können weder springen noch fliegen und verbreiten sich durch direkten Kopf-an-Kopf-Kontakt. Dies macht Kindergartengruppen und Schulklassen zu typischen Übertragungsorten, da Kinder dort beim Spielen engen Kontakt haben.
Effektive Maßnahmen gegen den Befall
Um eine Ausbreitung einzudämmen, sind Anti-Läusemittel das Mittel der Wahl. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt eine kombinierte Therapie aus der Anwendung geeigneter Mittel und dem häufigen Auskämmen. Eine einmalige Behandlung reicht nicht aus; die Mittel müssen nach neun oder zehn Tagen erneut aufgetragen werden. Das nasse Auskämmen von Läusen und Nissen ist über zwei Wochen alle drei bis vier Tage unerlässlich. Viele der in Apotheken erhältlichen Produkte werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Von Experimenten mit Hitze (Föhn, Sauna) oder Hausmitteln wie Essigwasser wird ausdrücklich abgeraten, da sie die Kopfhaut schädigen oder unwirksam sind. Kämme und Bürsten sollten in heißer Seifenlauge gereinigt, Wäsche und Bettzeug gewechselt werden. Potenziell befallene Gegenstände (z.B. Schals) sind drei Tage luftdicht zu verpacken. Insektizidsprays sind nicht notwendig. Bei einem Befall ist es wichtig, umgehend die Schule oder Kindertagesstätte zu informieren.
Weitere Informationen zum Thema im Internet unter aok.de im Gesundheitsmagazin.