
Erste Teambesprechungen am Morgen. Fotos: ReinerToppmöller
Große Katastrophenübung in Blomberg
In Blomberg im Kreis Lippe fand kürzlich eine große Katastrophenschutzübung statt, bei der verschiedene Hilfsorganisationen wie DRK, Johanniter, Malteser und der Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe den Realeinsatz eines Waldbrandes mit Evakuierung probten. Rund 200 Statisten simulierten betroffene Bewohner, die am Morgen gegen 8.00 Uhr aus ihren Häusern evakuiert und in die Sekundarschule nach Blomberg gebracht wurden, um die Abläufe der Notfallversorgung zu trainieren.
Ankunft der Evakuierten und Aufbau des Betreuungsplatzes
Gegen 10.00 Uhr trafen die ersten von rund 200 gemeldeten Statisten im Schulzentrum ein. Viele waren gut vorbereitet, hatten Koffer oder Rucksäcke dabei. Es kamen junge Familien mit Kleinkindern, Rollstuhlfahrer, Schwerbehinderte und Hundebesitzer. Vor Ort hatten die Einheiten, die um 8.30 Uhr in Barntrup gestartet waren, bereits den Betreuungsplatz aufgebaut. Mit den ersten eintreffenden ehrenamtlichen Statisten, traf auch die Notfallseelsorge ein. Es sollte alles so real wie möglich dargestellt werden. Denn, wenn so viele Menschen zusammenkommen kann es auch zu Problemen kommen.
Registrierung und Betreuung im Schulzentrum
Hauptaugenmerk lag auf der Registrierung der auflaufenden Personen. Alle Teilnehmer mussten Registrierungskarten ausfüllen und bekamen grüne Bänder mit fortlaufenden Nummern um das Handgelenk. Danach gingen sie in die Aula der Schule. Hier sollten Betreuer sich um die vermeidlich Evakuierten kümmern. Hier gab es auch Getränke und Snacks und am Ende der Übung ein Mittagessen das in der ebenfalls aufgebauten Feldküche zubereitet wurde. Hier wurden auch einzelne Personen aufgefordert, bestimmte Situationen zu spielen, um die Einsatzkräfte zu fordern.
Motivierte Statisten: Warum die Teilnahme so wichtig ist
Die Frage warum sie mitmachen, beantworteten die Teilnehmer ganz unterschiedlich. „Ich habe Respekt vor dem was möglicherweise auf uns zukommen kann und will einfach nur wissen wie ich mich dann verhalten soll“, so Kevin Bursche, der als erster den Platz erreichte.
Christian und Lea Tieme kamen mit zwei Kleinkindern, acht Monate und ein Jahr alt, sogar aus Marsberg um mitzumachen. Zusammen mit seiner Schwester wollten die drei Erwachsenen sich vorbereiten auf einen eventuellen Ernstfall. Familie Schröder kam mit zwei Kindern und Hund, auch sie hatten Interesse daran wie so etwas geht. Alle einte jedoch eins, sie haben keine Angst vor kriegerischen Auseinandersetzungen, eher vor Naturkatastrophen, wie im Szenario vorgegeben.
Kritikpunkte und wichtige Erkenntnisse
Im Großen und Ganzen blieben die Statisten ruhig und überwiegend in der Aula. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass die angekündigten Informationen an sie, wie Szenario vorgesehen, ausblieben. Ein Kritikpunkt den nicht nur Marcus Saueressig, Teamleiter Zivil- und Katastrophenschutz des Kreises am Ende ansprach. Auch Elke Mügge und ihre Begleiterin, die sich unter dem Namen „Kalb“ eingetragen hatte, kritisierten das am Ende der Übung. Sie hätten schon viele Übungen mitgemacht und meinten die Kommunikation sei nicht gut gewesen. „Wir sehen das nicht als böswillige Kritik sondern wollen konstruktiv agieren“, sagten die beiden beim Mittagstisch.
„Genau solche Probleme sollen bei solchen Übungen erkannt werden um sie beim nächsten Mal auszuschließen. Um die vom Land vorgegebenen Einsatzkonzepte umzusetzen müssen solche Lagen immer wieder geübt werden. Schön ist es, wenn wir immer wieder auch freiwillige Statisten gewinnen können. So können wir die Bevölkerung sensibilisieren“, meinte Marcus Saueressig dazu. Die Menschen sollten sich auf jeden Fall für Notfälle vorbereiten, fügte er noch an.
Fazit und Ausblick
Nils Brandes, der die Übung beim Bevölkerungsschutz federführend organisiert hat zeigte sich ebenfalls zufrieden. „Die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisation hat gut geklappt. So ein Praxistest zeigt aber auch an welchen Stellschrauben wir noch drehen müssen, um im Ernstfall gut aufgestellt zu sein“, sagte er und bedankte sich bei allen Mitwirkenden.
Häufig gestellte Fragen
Worum ging es bei der Übung in Blomberg?
In der Katastrophenschutzübung in Blomberg im Kreis Lippe wurde ein Szenario eines großen Waldbrandes simuliert, der sich auf eine Wohnsiedlung zubewegte. Ziel war es, den Realeinsatz und die Abläufe einer Evakuierung zu proben.
Welche Hilfsorganisationen waren an der Übung beteiligt?
An der Großübung nahmen das DRK, die Johanniter, die Malteser und der Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe teil.
Welche Rolle spielten die Statisten bei der Übung?
Rund 200 Statisten simulierten die zu evakuierenden Bewohner. Sie wurden aus ihren Häusern geholt, zu Haltestellen gebracht und anschließend zur Sekundarschule Blomberg transportiert, wo sie registriert und betreut wurden, um den Einsatzkräften eine realitätsnahe Übung zu ermöglichen.
Gab es Kritikpunkte an der Übung?
Ja, Statisten wie Elke Mügge und ihre Begleiterin äußerten Kritik an der Kommunikation, insbesondere am Ausbleiben angekündigter Informationen. Marcus Saueressig, Teamleiter Zivil- und Katastrophenschutz des Kreises, bestätigte diesen Punkt als wichtige Erkenntnis, die bei solchen Übungen identifiziert werden soll.









