
Auch in unserer Region gibt es sehr viele giftige Pilze, die den essbaren Exemplaren ähneln. Die Unterscheidung ist für unerfahrene Pilzsuchende nicht immer einfach. Foto: AOK/Colourbox/hfr
Saisonstart in Lippe und Bielefeld: Pilzsammler aufgepasst!
Der Beginn der Pilzsaison in den Wäldern des Kreises Lippe und Bielefelds erfreut Pilzliebhaber, birgt aber auch ernste Gefahren. Mit der Fülle der Pilze steigt das Risiko tödlicher Verwechslungen mit giftigen Exemplaren. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn (UKB) verzeichnet in den feuchten Sommer- und frühen Herbstmonaten einen deutlichen Anstieg von Pilzvergiftungen. „Bereits jetzt gibt es sehr viele giftige Pilze, die den essbaren ähneln. Die Unterscheidung ist für unerfahrene Pilzsuchende nicht immer einfach und endet manchmal mit einer schweren Pilzvergiftung“, warnt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.
Gefährlicher Knollenblätterpilz
Eine Pilzvergiftung (Myzetismus) entsteht durch den Verzehr toxischer Pilze oder verdorbener Speisepilze. Schnelles Handeln ist bei Verdacht entscheidend. Der Grüne Knollenblätterpilz verursacht die meisten tödlichen Vergiftungen in Mitteleuropa, oft verwechselt mit dem Champignon. Schon kleinste Mengen können für Kinder tödlich sein und führen zu heftigem Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall innerhalb von 24 Stunden. In Deutschland sind rund 200 der mehreren tausend Pilzarten giftig. Die AOK NordWest rät dringend davon ab, Pilze ohne fundierte Fachkenntnisse zu sammeln oder zu verzehren. Ein gutes Bestimmungsbuch und die Anleitung durch Pilzsachverständige sind unerlässlich für sicheres Sammeln.
Was tun im Notfall?
„Wer nach dem Genuss eines Pilzgerichts Übelkeit, Schmerzen, Schwindel oder Missempfindungen verspürt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen oder sich direkt ins Krankenhaus begeben“, so Wehmhöner. Es ist wichtig, den Pilz oder Reste davon zur Identifizierung mitzunehmen. Alle Mitessenden müssen umgehend informiert und ebenfalls untersucht werden.
Die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn bietet unter Tel.: 0228-19240 kostenfrei rund um die Uhr Beratung. Petra Förster, stellvertretende Leiterin, erklärt, dass Experten bei Bedarf durch Pilzreste oder Erbrochenes den Pilz bestimmen und Ärzte mit spezifischen Therapieempfehlungen für die 18 unterschiedlichen Vergiftungssyndrome unterstützen.
Weitere Informationen: www.gizbonn.de
Häufig gestellte Fragen
Wann beginnt die Pilzsaison in Lippe und Bielefeld?
Die Pilzsaison in den Wäldern des Kreises Lippe und Bielefelds hat begonnen und findet typischerweise in den feuchten Sommer- und frühen Herbstmonaten statt. Laut AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner gibt es bereits jetzt viele giftige Pilze, die essbaren ähneln.
Welche Pilzart ist in Mitteleuropa besonders gefährlich?
Der Grüne Knollenblätterpilz ist für die meisten tödlichen Vergiftungen in Mitteleuropa verantwortlich. Er wird oft mit Champignons verwechselt, und bereits kleinste Mengen können für Kinder tödlich sein.
Was sollte man bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung tun?
Wer nach dem Verzehr von Pilzen Übelkeit, Schmerzen, Schwindel oder Missempfindungen verspürt, sollte laut Matthias Wehmhöner (AOK NordWest) sofort einen Arzt aufsuchen oder sich direkt ins Krankenhaus begeben. Es ist wichtig, Pilzreste oder Erbrochenes zur Identifizierung mitzunehmen und alle Mitessenden zu informieren.
Wo erhält man im Notfall Beratung bei Pilzvergiftungen?
Die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn bietet unter der Telefonnummer 0228-19240 rund um die Uhr kostenfreie Beratung an. Experten können bei der Bestimmung von Pilzen helfen und Ärzte bei Therapieempfehlungen unterstützen.

