Trockenheit fordert Gemüsebau in NRW – Bewässerung wird zur Schlüsselfrage

12. Aug. 2026 | Überregionales

Reihen grüner Kohlpflanzen auf einem Feld, dahinter trockener Ackerboden und ein Gebüschstreifen

Die anhaltende Trockenheit ist auf den Gemüsefeldern in Nordrhein-Westfalen weiterhin deutlich zu spüren. Kulturen wachsen langsamer und einzelnes Gemüse bleibt kleiner als gewohnt. Die Betriebe reagieren und versorgen ihre Pflanzen mit zusätzlichem Wasser. Doch nicht auf allen Flächen stehen feste Bewässerungsanlagen zur Verfügung. Dann ist viel Handarbeit gefragt.

Gemüse braucht während des Wachstums ausreichend Wasser. Bleibt der Regen über längere Zeit aus, müssen die Betriebe nachhelfen. Auf Flächen mit entsprechender Technik kommen Beregnungsanlagen zum Einsatz. Wo diese Infrastruktur fehlt, steigt der Arbeitsaufwand deutlich. Die Gärtner müssen beispielsweise mobile Leitungen und Regner aufbauen, versetzen und wieder abbauen oder Wasser auf andere Weise zu den Kulturen bringen.

„Unsere Betriebe tun derzeit viel dafür, dass weiterhin regionales Gemüse aus Nordrhein-Westfalen geerntet werden kann“, sagt Frank Felten, Vorsitzender des Fachverbands Gemüsebau im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen. „Wo es möglich ist, bewässern wir die Kulturen gezielt. Aber Wasser, Technik und Arbeitszeit stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Die vergangenen Wochen zeigen, wie wichtig eine verlässliche Wasserversorgung für den regionalen Gemüsebau ist.“

Trockenheit hinterlässt Spuren auf dem Feld

Wie sich fehlendes Wasser auswirkt, hängt von der Kultur, dem Entwicklungsstadium und dem Standort ab. Bei Kohlarten kann die Trockenheit zum Beispiel dazu führen, dass die Pflanzen kleinere Köpfe bilden. Auch Salate, Möhren und andere Freilandkulturen reagieren auf fehlendes Wasser.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Gemüse an Qualität verliert. Ein kleinerer Blumenkohl kann ebenso verarbeitet und gegessen werden wie ein größerer. Für die Betriebe können geringere Größen und Erträge dennoch wirtschaftliche Folgen haben. Gleichzeitig steigen die Kosten, wenn Pumpen und Beregnungsanlagen über viele Stunden laufen und Beschäftigte zusätzliche Zeit für die Bewässerung aufbringen.

Wasser wird für den Gemüsebau zur Standortfrage

Die aktuelle Wetterlage zeigt, welche Rolle Wasser für die heimische Gemüseproduktion spielt. Die gartenbaulichen Betriebe arbeiten bereits mit verschiedenen Bewässerungssystemen und passen ihren Anbau an die Bedingungen vor Ort an. Längere Trockenphasen setzen diesen Möglichkeiten jedoch Grenzen.

„Wer möchte, dass in Nordrhein-Westfalen regional Gemüse produziert werden kann, muss die Wasserversorgung der Betriebe mitdenken“, sagt Felten. „Wir brauchen Lösungen, die Wasser sparen und zugleich dafür sorgen, dass unsere Kulturen auch in trockenen Phasen ausreichend versorgt werden können.“

Der Landesverband Gartenbau setzt sich deshalb dafür ein, den Gartenbau bei regionalen Konzepten zur Wassernutzung einzubeziehen. Dazu gehören auch passende Möglichkeiten, Wasser zu speichern und Bewässerungssysteme weiterzuentwickeln.

Häufig gestellte Fragen

Wie wirkt sich die anhaltende Trockenheit auf den Gemüsebau in Nordrhein-Westfalen aus?

Die anhaltende Trockenheit führt dazu, dass Gemüse in Nordrhein-Westfalen langsamer wächst und kleiner bleibt. Betriebe müssen zusätzliche Bewässerung betreiben, was den Arbeitsaufwand und die Kosten erhöht. Bei Kohlarten können sich zum Beispiel kleinere Köpfe bilden.

Wer ist Frank Felten und welche Rolle spielt er?

Frank Felten ist der Vorsitzende des Fachverbands Gemüsebau im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen. Er betont, dass die Betriebe viel tun, um regionales Gemüse zu sichern, und sieht eine verlässliche Wasserversorgung als entscheidend an.

Was sind die Forderungen des Landesverbands Gartenbau Nordrhein-Westfalen?

Der Landesverband Gartenbau setzt sich laut Frank Felten dafür ein, dass der Gartenbau in regionale Konzepte zur Wassernutzung einbezogen wird. Dazu gehören passende Möglichkeiten zur Wasserspeicherung und die Weiterentwicklung von Bewässerungssystemen.

Welche wirtschaftlichen Folgen hat die Trockenheit für die Gemüsebetriebe?

Geringere Größen und Erträge können wirtschaftliche Folgen für die Betriebe haben. Gleichzeitig steigen die Kosten durch den Betrieb von Pumpen und Beregnungsanlagen sowie den zusätzlichen Zeitaufwand für die Bewässerung.

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