Ein Fachartikel beleuchtet die Details der geplanten Neuausrichtung des WestfalenTarifs
Ein Fachartikel in der Juli-/August-Ausgabe der Zeitschrift „Der Nahverkehr“ gibt detaillierte Einblicke in die geplante Tarifreform des WestfalenTarifs. Demnach soll ab April 2027 in Westfalen-Lippe ein grundlegend reformiertes Tarifgefüge in Kraft treten. Die Autoren Lea Rötter, Dr. Oliver Mietzsch und Matthias Hehl beschreiben darin die Konzeption, Vorbereitung und technische Umsetzung der Reform.
Die Notwendigkeit der Reform begründen die Autoren mit der hohen Komplexität des aktuellen Tarifsystems. Der in seiner heutigen Form seit 2017 bestehende WestfalenTarif umfasse demnach über 800 Preis-Produkt-Kombinationen, 60 Preisstufenvarianten und mehr als 2.000 preisbildende Raumeinheiten, was ihn schwer durchschaubar mache. Im Fachartikel heißt es, dass „Einfachheit der stärkste Hebel für die Mobilitätswende“ sei und das Deutschlandticket eine neue Messlatte für einfache Nutzung gesetzt habe. Ziel sei es, das Ticket-Portfolio radikal zu verschlanken.
Geplante Änderungen ab April 2027:
Der Fachartikel beschreibt die Kernelemente der anstehenden Reform. Demnach soll ein Drei-Säulen-Modell eingeführt werden. Dieses basiert auf dem Deutschlandticket für Vielfahrer, eezy.nrw als digitalem Smartphone-Tarif mit Check-In/Check-Out-Verfahren für flexible Gelegenheitsfahrten sowie einem smarten Kernsortiment für klassische Einzel- und Tagesfahrten in der Region.
Die Anzahl der Preisstufen soll zudem von zwölf auf vier reduziert werden. Diese vier Stufen sollen sich an geografischen Grenzen orientieren:
Preisstufe A: Fahrten innerhalb einer Stadt oder Gemeinde / Preisstufe B: Fahrten in die direkte Nachbarstadt / Preisstufe C: Mittelstreckenfahrten (bis zu zwei Kreise) / Preisstufe D: Netzweite Fahrten im gesamten WestfalenTarif-Raum.
Des Weiteren ist eine Verschlankung des Produktsortiments vorgesehen, bei der veraltete oder selten genutzte Ticketarten entfallen sollen. Sperrzeiten sollen abgeschafft und Zusatzkarten für Fahrräder oder die 1. Klasse pauschaliert werden.
Breiter Konsens und Umsetzungsstand:
Der Artikel hebt hervor, dass die Entwicklungsphase der Reform eine intensive Abstimmung erforderte. Demnach waren 28 Aufgabenträger, 16 Kreise, 3 kreisfreie Städte und über 60 Verkehrsunternehmen in den Prozess eingebunden. Ein finaler Beschluss zur Reform sei durch eine erlösneutrale Kalkulation und die enge Einbindung der kommunalen Politik erreicht worden. Aktuell laufen laut Fachartikel die vertrieblichen und technischen Vorbereitungen in der Westfälischen Tarifdatenbank (WTB). Ziel ist es, den neuen Tarif wie geplant im April 2027 einzuführen.
Der vollständige Artikel ist ab sofort auf https://www.westfalentarif.de/news/tarifreform-fachartikel zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptziel der geplanten Tarifreform des WestfalenTarifs?
Die Reform, die ab April 2027 in Westfalen-Lippe in Kraft treten soll, zielt darauf ab, das Ticket-Portfolio radikal zu verschlanken und die hohe Komplexität des aktuellen Tarifsystems zu reduzieren, um die Nutzung zu vereinfachen und die Mobilitätswende zu fördern.
Welche Kernelemente umfasst das neue Drei-Säulen-Modell?
Das Drei-Säulen-Modell basiert auf dem Deutschlandticket für Vielfahrer, eezy.nrw als digitalem Smartphone-Tarif für flexible Gelegenheitsfahrten sowie einem smarten Kernsortiment für klassische Einzel- und Tagesfahrten in der Region.
Wie viele Preisstufen wird es künftig geben und woran orientieren sie sich?
Die Anzahl der Preisstufen soll von zwölf auf vier reduziert werden. Diese orientieren sich an geografischen Grenzen: Preisstufe A (innerhalb einer Stadt oder Gemeinde), Preisstufe B (Fahrten in die direkte Nachbarstadt), Preisstufe C (Mittelstreckenfahrten bis zu zwei Kreise) und Preisstufe D (netzweite Fahrten im gesamten WestfalenTarif-Raum).
Wer war an der Entwicklung der Reform beteiligt und wann soll sie eingeführt werden?
An der Entwicklungsphase der Reform waren 28 Aufgabenträger, 16 Kreise, 3 kreisfreie Städte und über 60 Verkehrsunternehmen beteiligt. Die Einführung des neuen Tarifs ist wie geplant für April 2027 vorgesehen.

