Fotos: NABU Leopoldshöhe, Petra Gehle
NABU Leopoldshöhe – Naturinfo
Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen verlassen sie ihre Winterquartiere: die schwarz-roten Feuerwanzen. Diese acht bis zwölf Millimeter Insekten sind bundesweit verbreitet und tummeln sich unter Linden, Hibiskus und Co. Entgegen gängiger Vorurteile sind sie keine Schädlinge, sondern wertvolle Bewohner unserer Gärten.
„Wer Feuerwanzen aufschreckt, ist erstaunt, wie schnell sie das Weite suchen“, berichtet Ewald Thies vom NABU Leopoldshöhe. Ihre Nahrung besteht primär aus Samen, die sie aussaugen, ohne den Pflanzen zu schaden. Zudem fungieren sie als natürliche Müllabfuhr, indem sie sich von abgestorbenen Insekten oder Pflanzenresten ernähren. Für Menschen sind sie völlig ungefährlich.
Ungefährliche Bluff-Künstler
Die auffällige schwarz-rote Zeichnung ist bei der Feuerwanze ein geschickter Bluff. „Sie tun niemandem etwas, übertragen weder Krankheiten noch sind sie giftig“, stellt Hans Dudler, Insektenkundler beim NABU Leopoldshöhe, klar. Diese Färbung dient der Abschreckung von Fressfeinden wie Vögeln, ist aber selbst harmlos, anders als bei der giftigen Ritterwanze.
Feuerwanzen sind keine Käfer, sondern Wanzen, erkennbar am charakteristischen Rüssel zur Nahrungsaufnahme. Ihre Duftdrüsen dienen der Kommunikation und haben einen überraschenden Nebeneffekt: „Sie halten Mücken fern“, so Dudler. Ein natürlicher, unsichtbarer Mückenschutz!
Forschungslücke bei Wanzen
Obwohl die Feuerwanze zu den häufigsten der rund 900 deutschen Wanzenarten gehört, ist unser Wissen über sie gering. „Im Vergleich zu Libellen oder Schmetterlingen ist ungleich weniger über die Verbreitung und den Bestand von Wanzen bekannt“, kritisiert Hans Dudler. Diese Insekten sind wichtige Bioindikatoren: „Wanzen zu untersuchen, würde uns auch viel über den Zustand ihres jeweiligen Lebensraums sagen“, schließt Dudler.