Spiegel als potenziell gefährliche Grenzgänger zwischen Diesseits und Jenseits. Foto: Lippisches Landesmuseum Detmold
Kultur im Lippischen Landesmuseum Detmold
Detmold. Am kommenden Donnerstag ist Weiberfastnacht – ein Brauch, der heute vor allem für Ausgelassenheit steht, dessen Wurzeln jedoch tief im Mittelalter liegen. Das Lippische Landesmuseum Detmold nimmt dies zum Anlass für eine spezielle Themenführung am Sonntag, dem 15.2.2026, um 15.00 Uhr.
Eine Reise in die „verkehrte Welt“
Die Führung beleuchtet eine Epoche, in der es als „verkehrte Welt“ galt, wenn Frauen auch nur für einen Tag Macht ausübten. Es war eine Zeit, in der Glaube, Angst und Aberglaube den Alltag der Menschen massiv bestimmten. Die Teilnehmer erfahren, warum zerbrochene Spiegel als gefährliche Unglücksboten galten und wie Alltagsgegenständen magische Kräfte zugeschrieben wurden. Spiegel waren damals mehr als bloße Gebrauchsobjekte; sie galten als Grenzgänger zwischen Diesseits und Jenseits, um die mancherlei Ängste kreisten.
Geschäfte mit der Angst
Ein weiterer Fokus liegt auf der Rolle der Kirche, die Glaube und Aberglaube für ihre Zwecke nutzte. Heilige und Reliquien versprachen Schutz, doch die Angst vor der Hölle war allgegenwärtig. Dies machte sich der Klerus durch den Verkauf von Ablassbriefen zunutze – einer Art teurer „Vollkasko-Versicherung für das Jenseits“. Anhand ausgewählter Beispiele zeigt die Führung, wie sich diese religiösen Vorstellungen und der Volksglaube auch in Lippe gegenseitig beeinflussten und warum viele dieser Ideen bis heute nachwirken.
Anmeldung und Tickets
Die Kosten für die Teilnahme an der Sonderführung betragen drei Euro zuzüglich zum regulären Museumseintritt. Da die Plätze begrenzt sind, wird eine vorherige Anmeldung dringend empfohlen. Interessierte können sich unter Tel. 05231-99250 oder per E-Mail an E-Mail: shop@lippisches-landesmuseum.de registrieren. Eine Online-Buchung ist über die Homepage des Museums (www.lippisches-landesmuseum.de) jederzeit möglich.