Weltmilchtag: Hinter die Kulissen der Milchproduktion geblickt

2. Juni 2026 | Bielefeld

Fünf Personen füttern schwarz-weiße Kühe mit Heu in einem Stall, eine Person lächelt in die Kamera

Diätassistenz-Schüler auf spannender Milch-Entdecker-Tour

Herford-Bielefeld / WLV (Re). Anlässlich des Weltmilchtages besuchten 16 Auszubildende der Schule für Diätassistenz des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) in Bielefeld den Milchkuhbetrieb von Bernd und Lukas Walkenhorst in Spenge. Ziel war es, Einblicke in das Leben der Kühe und den Melkprozess zu erhalten und zu erfahren, wie viel Arbeit hinter einem Liter Milch steckt. Diese Hoferkundung war die erste ihrer Art mit der Schule für Diätassistenz.

Einblick in den Hofalltag

Landwirt Bernd Walkenhorst führte die Gruppe und erklärte: „Unsere Milchkuhhaltung ist das Herzstück unseres Hofes.“ Die Walkenhorsts legen Wert auf eigene Jungtieraufzucht und umfangreichen Weidegang, wobei die Kühe im Winter in einem modernen, lichtdurchfluteten Boxenlaufstall untergebracht sind und sich dort frei bewegen können. Er hob hervor, dass Kühe als Wiederkäuer eine Schlüsselrolle im Nährstoffkreislauf spielen, indem sie Gras in Milch umwandeln und wertvollen organischen Dünger liefern.

Herausforderungen für Milcherzeuger

In der Diskussion sprachen Walkenhorst und Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld, die prekäre Lage der Milchbauern an. Nach einer Phase erträglicher Preise seien diese seit Mitte letzten Jahres wieder gesunken. „Wir hoffen bei den Milchpreisen, dass die Talsohle erreicht ist“, so Walkenhorst. Dedert betonte die Notwendigkeit angemessener Milchpreise, um die hohen Kosten für Energie, Betriebsmittel und Personal decken zu können.

Drohende Folgen des Preisdumpings

Beide warnten eindringlich vor den Folgen des Preisdumpings durch den Lebensmitteleinzelhandel (LEH), das die regionale Milcherzeugung gefährde und bereits zu einem Rückgang geführt habe. Ein Sondergutachten der Monopolkommission bestätigte jüngst die dominante Marktmacht der vier größten Handelsunternehmen, die Preise und Marktstrukturen beeinflussen.

Lernen mit allen Sinnen

Frederike Kreft, Lehrerin an der Schule für Diätassistenz, hob den Wert dieser praktischen Erfahrung hervor. Für angehende Diätassistentinnen sei es entscheidend, die Herkunft von Lebensmitteln zu kennen und zu verstehen, „wie aus Futter Milch entsteht“. Der Hofbesuch vermittle Wissen „mit allen Sinnen“ und bleibe nachhaltiger in Erinnerung als jeder theoretische Unterricht. Die Beteiligten streben eine Fortsetzung der Zusammenarbeit an, um die Wertschätzung für Lebensmittel zu fördern.

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