Zehntausende in der Region betroffen: AOK erweitert Hilfe bei Depressionen

17. Feb. 2026 | Gesundheit

Neues Online-Modul unterstützt Angehörige bei psychischen Erkrankungen rund um die Geburt

Kreis Lippe / Bielefeld. Depressionen zählen zu den gravierendsten Herausforderungen im modernen Gesundheitswesen und machen vor keiner Altersgruppe halt.

Eine aktuelle Auswertung der AOK belegt das enorme Ausmaß in der Region: Im Jahr 2023 waren rund 30.400 Menschen im Kreis Lippe und 35.800 Personen in Bielefeld in ärztlicher Behandlung. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 9,7 Prozent in Lippe und sogar 11,8 Prozent in der Leineweberstadt.

AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner warnt eindringlich vor den Folgen der Krankheit: „Depressionen verursachen für die Betroffenen nicht nur persönliches Leid und eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität, sondern auch hohe Kosten für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft.“

Ein großes Problem bleibe weiterhin die Stigmatisierung: Viele Betroffene scheuen aus Angst vor beruflicher oder gesellschaftlicher Ausgrenzung den rechtzeitigen Gang zum Arzt. Dabei gilt der Grundsatz: Je früher eine Depression erkannt und diagnostiziert wird, desto besser stehen die Heilungschancen.

Neues Modul für Eltern in der Krise

Um die Versorgungssituation zu verbessern, wurde der bereits etablierte „Familiencoach Depression“ der AOK nun gezielt erweitert. Das neue Modul widmet sich den sogenannten peripartalen Depressionen, die im direkten Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes auftreten. Anders als der oft harmlosere „Babyblues“, der nach wenigen Tagen verfliegt, handelt es sich hierbei um eine ernstzunehmende Erkrankung.

Studien zufolge leiden etwa 10 – 15 Prozent der Mütter und rund 5 Prozent der Väter unter Symptomen wie fehlenden Gefühlen für das Neugeborene, massiver Überforderung, Ängsten oder auch aggressiver Gereiztheit.

Unterstützung für Angehörige

Das digitale Online-Angebot richtet sich primär an das soziale Umfeld der Betroffenen. „Angehörige sind oft die wichtigste Stütze für depressiv Erkrankte. Die Belastung kann aber dazu führen, dass sie sich selbst überfordern und sogar erkranken“, erklärt Wehmhöner den Ansatz.

Hier setzt der Coach an: Er hilft Partnern und Familie, die Krankheit zu verstehen, den Alltag gemeinsam zu bewältigen und sich gleichzeitig selbst vor gesundheitlichen Folgen zu schützen. Namhafte Expertinnen wie Prof. Elisabeth Schramm vom Universitätsklinikum Freiburg und Prof. Anke Rohde vom Universitätsklinikum Bonn vermitteln in Videos konkrete Strategien – etwa zum Umgang mit Schuldgefühlen oder zur Vermeidung von Konflikten durch ein zu starkes „Überengagement“.

Das interaktive Selbsthilfe-Programm ist für alle Interessierten anonym und kostenfrei unter der Adresse www.familiencoach-depression.de nutzbar.

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