
Für rund 8.600 Menschen in unserer Region ist rheumatoide Arthritis und ihre Symptome zum Alltag geworden. Durch eine frühzeitige Behandlung sind eine möglichst langanhaltende und weitgehende Entzündungs- und Beschwerde Freiheit sowie eine niedrige Krankheitsaktivität möglich. Foto: AOK/colourbox/hfr
Erste Alarmsignale ernst nehmen
Schmerzen in den Finger- und Zehengelenken sowie eine ausgeprägte Morgensteifigkeit sind ernste Warnsignale, die nicht ignoriert werden sollten. Im Kreis Westfalen-Lippe leiden nach aktuellen AOK-Auswertungen rund 8.600 Menschen an rheumatoider Arthritis – davon allein 5.100 im Kreis Lippe und 3.500 in Bielefeld.
Bei dieser chronisch entzündlichen Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Gelenke an. Unbehandelt drohen schwerwiegende Behinderungen, Gelenkzerstörungen und sogar eine verkürzte Lebenserwartung. Neben den Gelenken können auch Sehnen und innere Organe betroffen sein.
Strukturiertes Behandlungsprogramm als Chance
Eine schnelle Diagnose – idealerweise innerhalb von drei Monaten – ist entscheidend für den Krankheitsverlauf. AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner verweist auf das neue strukturierte Behandlungsprogramm „DMP rheumatoide Arthritis“. Ziel dieses für Versicherte kostenfreien Programms ist es, eine möglichst langanhaltende Beschwerdefreiheit zu erreichen, Gelenkschäden zu vermeiden und die Lebensqualität zu steigern. Teilnehmende Praxen, darunter Rheumatologen und qualifizierte Hausärzte, koordinieren dabei die Behandlung.
Die Krankheit tritt bei Frauen häufig ab dem 55. und bei Männern ab dem 65. Lebensjahr auf, betrifft aber zunehmend auch jüngere Menschen. Neben genetischen Vorbelastungen gelten Rauchen und Übergewicht als wichtige Risikofaktoren, die Betroffene selbst beeinflussen können.
Patienten können den Verlauf zudem durch einen gesunden Lebensstil positiv steuern.
Dazu gehören gelenkschonender Sport wie Radfahren, Walken oder Wassergymnastik sowie eine vitaminreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und gesunden Ölen. Umfassende Hilfe zur Selbsthilfe bieten hierbei die Kursprogramme der AOK NordWest und die Angebote der Deutschen Rheuma-Liga.
Weitere Infos unter: www.aok.de/nw
Umfassende Hilfe zur Selbsthilfe bieten Betroffenen von rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Arthrose oder Fibromyalgie die Angebote der Deutschen Rheuma-Liga. Mehr dazu im Internet unter rheuma-liga.de
