Der Innenminister des Landes NRW, Herbert Reul, signiert mit großer Ausdauer sein erstes Buch. Im Hintergrund Cerris Wehrmann-Ristau, Inhaberin der Buchhandlung Blume in Oerlinghausen, die den Abend veranstaltete. Foto: Reiner Toppmöller
NRW-Innenminister zu Gast im Niklas-Luhmann-Gymnasium in Oerlinghausen
Oerlinghausen (rto). Auf Einladung der Buchhandlung Blume war der Innenminister des Landes NRW, Herbert Reul am Montag, den 19.1.2026 in der Aula des Niklas-Luhmann-Gymnasiums in Oerlinghausen zu Gast, um sein erstes Buch mit dem Titel ”Sicherheit. Was sich ändern muss.”, vorzustellen. Rund sechshundert Gäste waren gekommen, um dem von Joachim H. Peters moderierten Abend zu folgen. Peters, selbst Buchautor mehrerer Krimis im Lippischen Umfeld und ehemaliger Kriminalhauptkommissar, hatte sich drei der fünf Themen des Buches herausgegriffen.
Nachdem der Minister lachend ein Handyfoto von der Bühne herunter ins Publikum gemacht hatte, begrüßte ihn die Inhaberin der Buchhandlung Blume, Cerris Wehrmann-Ristau. Man habe den Termin heute dem Moderator Peters zu verdanken, sagte sie und, dass es um ein Thema ginge, dass uns alle betreffe.
Ein Buch für das Vertrauen in den Staat
Mit den Worten: „Wir freuen uns auf einen Abend mit klaren Worten und nachdenklichen Momenten“, übergab sie an Joachim H. Peters und den prominenten Gast. „Ein Buch schreiben? Mach’ ich nie“, so antwortete er auf die Frage warum er es doch getan habe. Es sei ihm ein Herzensanliegen Menschen zurückzuholen, die das Vertrauen in die Politik und den Staat verloren hätten, so Reul. „Ich hoffe so Leute zu erreichen, die ich sonst nicht erreiche. Ich habe keine Lust, die Menschen irgendwelchen Idioten zu überlassen“, fügte er unter Applaus der Gäste hinzu.
Dafür müsse man Probleme offen ansprechen und sich um sie kümmern. Es brauche Zeit, Geduld und Ausdauer oder wie er immer wieder betonte: „Kleine Schritte statt große Sprüche“. Es gehe ihm darum zu zeigen, dass es möglich ist, das Vertrauen der Bürger in den Staat zurückzugewinnen, so Reul.
Polizeiliche Arbeit und gesellschaftliche Werte
Er spricht dem überwiegend älterem Publikum aus dem Herzen, wenn er Werteverluste und mangelnde Sanktionen anspricht. Er spricht aber auch über die Stärkung der Polizei, die durch Vorfälle wie dem Kindesmissbrauch im Lügde moderner geworden sei.
Reuel plädiert dafür, dass Polizisten mit Migranten reden müssen, damit diese sehen, dass Polizisten Helfer sind und keine Gegner. „Übergriffe auf Rettungskräfte und Polizisten sind eine Folge davon, dass es für viele keine Regeln mehr gibt. Das ist eine ganz gefährliche Haltung in der Gesellschaft der wir entgegen wirken müssen“, so der Minister.
Sicherheitsmaßnahmen und der Umgang mit Extremismus
Zu der Frage der Sicherheitsmaßnahmen auf Volksfesten sagt er, es gäbe keine absolute Sicherheit. „Wir müssen aufpassen, dass wir das nicht übertreiben. Das ist nicht unsere Form zu Leben.“ Auf die Frage nach dem erstarken der politischen Ränder antwortete er wie man es von ihm erwartet: „Alles was Extremismus ist, ist Mist, Punkt! Egal von welcher Seite. Wir können die Einstellung zur AfD aber nur durch Menschen ändern die mitmachen. Politiker allein schaffen das nicht. Und ja, ich glaube das ein Parteiverbot stattfinden wird. Aber das muss gut vorbereitet sein.“
Blick in die politische Zukunft
Die Frage des Moderators nach seiner Zukunft als Minister bei einer möglichen neuen Regierung nach 2027 beantwortet Herbert Reul sehr diplomatisch, indem er sagte, zunächst müsse die CDU ja erstmal gewinnen, dann müsse man sehen mit wem man regiere und dann würde erst die Frage gestellt wer was machen könne.
Mit viel Applaus und einer schier endlosen Schlange an Menschen die sich sein Buch signieren lassen wollten, endete der Abend mit einem Politiker, dem man abnimmt was er sagt, weil er sagt, was er meint und tut. Im Übrigen verzichtete der NRW-Innenminister Herbert Reul auf sein Honorar, das er der Polizeistiftung NRW zur Verfügung stellte.