Sensen-Meister in Leopoldshöhe gekürt – Klaus Degelau zeigt Präzision bei feuchtem Gras

14. Juni 2026 | Leopoldshöhe

Eine Gruppe von Erwachsenen hält auf einer grünen Wiese Urkunden und Geschenkkörbe

Heimatverein Leopoldshöhe: Alter Brauch lebt auf

Leopoldshöhe (kd). Der 26. Mäh- und Dengelwettbewerb des Heimatvereins Leopoldshöhe litt in diesem Jahr unter dem Wetter. Da Regen vorhergesagt war, wurde die traditionelle Veranstaltung am Fronleichnam kurzfristig verlegt. Allerdings erwies sich auch der Ausweichtermin keineswegs als günstiger. Einige bereits angemeldete Teilnehmer sagten wegen anderer Vorhaben wieder ab und bei recht niedrigen Temperaturen kamen weniger Zuschauer als sonst üblich.

Vorbereitung und Teilnehmerfeld

Einen Monat zuvor hatte der Heimatverein einen Vorbereitungskursus angeboten. Die Resonanz war sehr gut: 16 Personen wollten in die Geheimnisse im Umgang mit Sense und Dengelhammer eingeweiht werden. Zum eigentlichen Wettbewerb traten immerhin zwölf Teilnehmer an, auch aus Bielefeld, Rödinghausen und Verl. Die meisten von ihnen gehörten schon zu den „Stammgästen“ des Wettbewerbs.

Bekannte Gesichter und weibliche Beteiligung

Große Hoffnung machte sich Georg Clasbrummel. „Ich werde gewinnen, ich habe schließlich schon 66 Jahre Erfahrung mit der Sense“, sagte er. Neben den drei männlichen Mitgliedern ihrer Familie beteiligte sich auch Carola Hafemann an dem Wettbewerb. Sie war die einzige Frau und nahm jetzt zum zweiten Mal teil. „Ich musste aber nicht dazu überredet werden“, meinte sie. „Ich möchte nur demonstrieren, dass es gar nicht so wild ist.“ Einige Zuschauer zeigten schon vor dem offiziellen Beginn großes Interesse, mehr über das Material und die Technik des Schärfens zu erfahren. Klaus Degelau, der schon etliche Wettbewerbe gewonnen hat, war gern bereit, Auskunft zu geben.

Der Wettbewerb beginnt: Dengeln

Dann ließen die „4 Harmonys“ um Claudia Albri am Akkordeon wie üblich die fröhliche „Amboss-Polka“ erklingen. Gleichzeitig begannen die Wettbewerber das volkstümliche Musikstück mit ihrem Hammer als „Solo-Instrument“ zu begleiten. Zunächst galt es, das Sensenblatt zu schärfen. Dazu wird die Schneide des Sensenblattes mit viel Gefühl dünn und glatt geklopft, anschließend kommt der Wetzstein zum Einsatz. Hier vergaben die Juroren, der Vereinsvorsitzende Helmut Depping und Dieter Heyden, die ersten Punkte.

Die Mähprüfung

Neben dem Vereinsdomizil Heimathof, wartete dann schon der zweite Teil des Wettbewerbs: Hüfthoch gewachsenes und dicht stehendes Gras musste sauber gemäht werden. Dass die Halme noch recht feucht waren, erwies sich durchaus als Vorteil. Denn die Sense ist eines der wenigen Werkzeuge, die auch bei Nässe keine Probleme bereitet. Lediglich Klaus Degelau hatte mit einem besonderen Problem zu kämpfen: Seine Parzelle war übersät mit Maulwurfshaufen, die das gleichmäßige Mähen doch erheblich erschwerten. Auf Schnelligkeit kam es überhaupt nicht an. Vielmehr beurteilten die beiden Juroren aufmerksam, wie tief die Sense angesetzt wurde und wie die abgemähten Grasreihen (Schwad) nebeneinander lagen.

Die Sieger und ein Fazit

Nach dem Zusammenzählen der Punkte wurde der erfahrene Klaus Degelau als Sieger ermittelt. Baldur Hafemann kam auf den zweiten Platz, Drittplatzierter war sein Sohn Thomas Hafemann. Mit sehr geringem Abstand folgte ihnen schon Julian Heuking aus Verl; er hatte im Vorjahr erstmals am Wettbewerb teilgenommen. Für ihre Mühe wurden alle Teilnehmer mit einem Präsent bedacht. Dem Sieger überreichte der stellvertretende Bürgermeister Klaus Fiedler ein Geschenk der Gemeinde. Mit der Anzahl der Starter zeigte sich der Heimatvereinsvorsitzende recht zufrieden. Dennoch meinte er: „Eine Terminverschiebung wird nicht wieder vorkommen.

Klaus Degelau demonstriert vor Zuschauern draußen, wie er mit einem Hammer eine Sensenklinge dengelt
Der spätere Sieger Klaus Degelau gab sein umfangreiches Wissen rund um die Sense vor Beginn des Wettbewerbs gern an die wissbegierigen Zuschauer weiter.
drei Männer mit Sensen in hohem Gras, einer mit roter Kappe und Startnummer 3
Das Gras auf dem Wettbewerbsgelände neben dem Heimathof hatte schon eine beachtliche Höhe erreicht, stellte für die Teilnehmer jedoch kein Problem dar.
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