
Der Streit geht um die kommunale KiTa in Greste. Die in der Idylle des Dorfes gelegene Einrichtung der Gemeinde soll geschlossen werden. Foto: Reiner Toppmöller
Eltern demonstrieren für ihren Kindergarten
Leopoldshöhe (rto). Vor der Sitzung des Bildungsausschusses am 7.7.2027 demonstrierten rund 150 Eltern auf dem Marktplatz für den Erhalt des kommunalen Kindergartens in Greste.
Finanzielle Zwänge und Diskussion um Kita Greste
Wie allen Gemeinden geht es Leopoldshöhe finanziell nicht gut. Die Verwaltung und die Politik suchen nach Einsparungsmöglichkeiten. Eine Möglichkeit könnte sein, die kommunalen Kindergärten in freie Trägerschaften zu geben. Die können aber nicht alle Einrichtungen übernehmen. Kommunale Kindergärten sind freiwillige Leistungen der Kommunen. Deshalb steht der Kindergarten in Greste jetzt zur Disposition.
Eltern fordern Erhalt und planen Bürgerbegehren
Wie Tobias Schilling, Vorsitzender des Trägervereins der Einrichtung, sagte, habe es zwar einen Arbeitskreis gegeben, der aber kein Ergebnis gebracht hätte. Zudem sei die Kommunikation mit der Verwaltung schlecht. „Wir verstehen ja, dass die Gemeinde sparen muss, aber das ist der falsche Weg. Gerade die Kita Greste ist als Leuchtturm ausgezeichnet worden“, so Schilling. Er sagt, man habe der Gemeinde vielfältige Finanzierungsvorschläge gemacht, Eltern wären sogar bereit mehr zu bezahlen. Aber alles hätte nichts gebracht. Deshalb will man jetzt mit einem Bürgerbegehren den Erhalt durchsetzen. Dafür fehlen allerdings noch die gesetzlich vorgeschriebene Zahlen der Gemeinde.
Dringliche Entscheidung und Schillings Hoffnung
Doch die Zeit drängt. Der Bildungsausschuss hat mit 10:8 Stimmen für die Schließung gestimmt und am 16.7.2026 soll der Rat final entscheiden.
Tobias Schilling sieht der Abstimmung einigermaßen gelassen entgegen und hofft noch ausreichend Ratsmitglieder umstimmen zu können. „Wenn es für uns schief geht, haben wir ja noch das Bürgerbegehren“, sagt er. Das ist allerdings erst in Vorbereitung.
Bürgermeister Martin Hoffmann erklärt Lage
Bürgermeister Martin Hoffmann sieht dort auch ein Problem und glaubt, dass es schwierig wird, es dann noch auf den Weg zu bringen wenn der Rat entschieden hat. Er meint, es sein dann richtiger ein Begehren gegen den Ratsbeschluss zu organisieren.
Zu der Situation als solches sagt er, dass die Gemeinde in schwierigen Zeiten handeln muss. „Das Gebäude in Greste ist marode und müsste aufwendig renoviert werden. Die AWO habe bereits drei Gruppen geschlossen, jetzt muss auch die Gemeinde ihren Beitrag leisten. Nur gemeinsam kommen wir aus der Krise“, so der Bürgermeister. Schrumpfende Kinderzahlen werden in der nächsten Zeit möglicherweise zu noch mehr Schließungen führen“, meint er. „Es tut mir persönlich ja auch leid, aber wir müssen handeln“, so Prof. Dr. Martin Hoffmann abschließend.

