
Viel los: Aus ganz OWL waren Fahrzeuge und Einsatzkräfte vor Ort, um die Verletzten zu versorgen. Fotos: © Kreis Lippe/Blaulichtfotografen
Arminius 2025 – Vom Blitz getroffen
Die Großübung „Arminius 2025“ am Detmolder Kreishaus, organisiert von Kreis Lippe, NRW-Innenministerium und Bezirksregierung Detmold, probte mit 300 Einsatzkräften und 100 Fahrzeugen aus OWL den Ernstfall. Simuliert wurde ein Unwetter, bei dem 160 Betroffene versorgt werden mussten.
Das fiktive Szenario umfasste ein Festival am Kreishaus, bei dem ein schweres Gewitter ausbrach. Starker Regen, Windböen, umherfliegende Gegenstände und Blitze lösten Panik aus und führten zu zahlreichen Verletzten, möglicherweise auch Todesopfern.
Landrat Dr. Axel Lehmann dankte den vielen ehrenamtlichen Einsatzkräften und betonte die Wichtigkeit realistischer Übungen für Massenunfälle. Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister (NRW-Innenministerium), die die Übung mit rund 70 Gästen verfolgte, unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit verschiedener Institutionen für einen effektiven Zivil- und Katastrophenschutz in NRW.
Frank Lipphausen (Bezirksregierung Detmold) bestätigte den erfolgreichen Einsatz überörtlicher Hilfe: „Wenn die örtliche Gefahrenabwehr an ihre Grenzen stößt, unterstützt die überörtliche Hilfe mit ihren Landes- und Bundeskonzepten.“
Lippische Hilfskräfte sichteten und kategorisierten Verletzte, Schwerverletzte kamen ins Klinikum Detmold. Aufgrund der hohen Opferzahl wurden über die Bezirksregierung Detmold zusätzliche Einheiten – ein Behandlungsplatz (BHP 50 NRW) aus Paderborn, ein Betreuungsplatz (BTP 500 NRW) und ein Patiententransportzug (PT-Z 10 NRW) aus Bielefeld sowie die Medizinische Taskforce (MTF) – angefordert.
Die Medizinische Taskforce (MTF) ist ein bundesweites, von den Ländern umgesetztes Konzept. Der Bund stellt Fahrzeuge und Ausstattung bereit, die in NRW koordiniert vom Innenministerium bei Hilfsorganisationen stationiert sind. Die MTF gewährleistet schnelle überörtliche Hilfe im Katastrophenfall, wie in Detmold simuliert.
Realistische Unfalldarsteller mimten Verletzte mit Schnittwunden, Blitzschlägen oder Schockzuständen. Die Einsatzkräfte arbeiteten unter Hochspannung, wissend, dass es sich um eine Übung handelte.
Da die Kapazitäten der örtlichen Kliniken in Detmold und Lemgo rasch erschöpft waren, verlegten MTF-Krankentransportwagen die Verletzten in Kliniken nach Herford und Gütersloh. Gleichzeitig probten die Kliniken Detmold und Lemgo die Versorgung einer Vielzahl von Verletzten parallel zum Normalbetrieb.
Landrat Dr. Axel Lehmann lobte die beeindruckende Zusammenarbeit und das Beherrschen der Notfalllage, dankte allen, besonders den ehrenamtlichen Einsatzkräften. Marcus Saueressig (Kreis Lippe) ergänzte, solche Übungen seien lehrreich, um Stärken und Verbesserungspotenziale zu erkennen.
