Stefanie Spiech möchte auf der Grünen Woche in Berlin die Landwirtschaft durch eigene Erzählungen greifbarer machen. Foto: Alina Grieger
Grüne Woche in Berlin
Bielefeld/Berlin. Junge Landwirte und Landwirtinnen aus ganz Westfalen-Lippe sind derzeit als Botschafter ihres Berufsstandes auf der Grünen Woche in Berlin im Einsatz. Mitten unter ihnen: Stefanie Spiech aus Bielefeld. Gemeinsam mit einem Team von über 30 Kollegen hat sie sich ein klares Ziel gesetzt: Auf der weltweit größten Messe für Ernährung und Landwirtschaft – die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert – möchte sie Großstädtern ihren Beruf und ihre Leidenschaft für die Agrarwirtschaft näherbringen.
Spiech stammt ursprünglich nicht von einem Bauernhof, sondern entdeckte ihre Berufung während eines Hofpraktikums. Heute arbeitet die gelernte Landwirtin im Schweinestall und führt unter anderem Trächtigkeitsuntersuchungen bei Sauen durch. „Mein Beruf ist meine Leidenschaft“, betont die Bielefelderin, die diese Begeisterung nun in der NRW-Halle weitergibt.
Interaktiver Dialog statt trockener Theorie
Am Aktions- und Informationsstand setzt das Team auf Anschaulichkeit. Mittels Bauernhof-Buzzerspiel, einem virtuellen Modellkuhstall und einem Wissensparcours wird Landwirtschaft spielerisch vermittelt. Die Besucher seien oft begeistert, eine „richtige“ Landwirtin kennenzulernen, so Spiechs Erfahrung. Doch die Gespräche gehen schnell in die Tiefe: Themen wie Tierwohl, Technik, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz stehen im Fokus.
Kritik an fehlender Planungssicherheit
Neben der Aufklärung scheut Spiech auch kritische Themen nicht. Sie berichtet von aktuellen Herausforderungen wie dem zunehmenden „Bürokratiewahnsinn“ und der schwierigen Preissituation. Ihre zentrale Botschaft an die Politik ist deutlich: „Die größte Herausforderung für die Landwirtschaft ist die fehlende Planungssicherheit.“ Es brauche endlich Entscheidungen und Perspektiven, um den Investitionsstau auf den Höfen aufzulösen.
Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld, lobt dieses Engagement ausdrücklich. „Persönliche Einblicke aus der Landwirtschaft geben, das kann keiner besser als die Menschen aus der Praxis selbst“, resümiert Dedert stolz über den Einsatz und die Tatkraft der jungen Generation.