
Fotos: NABU Leopoldshöhe, Petra Gehle
NABU Leopoldshöhe -Naturinfo
Als am 9.7.2026 engagierte NABU´s und Grester Naturfreunde ans Werk gingen und auf einer ca. 400 qm großen, für die Einsaat vorbereiteten Fläche des früheren Sportplatzes in Greste Blühsamen gebietsheimischer Wildblumen und Wildgräser (aus gesicherter Saatgutherkunft) ausstreuten, war nicht absehbar, dass danach über längere Zeit extreme Wärme vorherrschen und eine ausgeprägte Trockenheitsphase bevorstehen würde.
Am 15.8.2027 zeigte sich an der Stelle ein buntes Bild: Ohne menschliches Zutun während der Pflanzenwachstumsphase hatte sich dort eine erstaunliche, beeindruckende Blütenpracht entwickelt. NABU Mitglied Petra Gehle war während eines Blühflächenbesuchs hellauf begeistert und schwenkte ihre Kamera, um die Blütenfarbpracht fotografisch festzuhalten. Fasziniert stellt sie fest: „Die Blühwiese sieht so toll aus, und was da alles fliegt und summt“!
Der unschätzbare Wert von Blühwiesen
Und darauf möchte der NABU Leopoldshöhe nochmal wiederholt hinweisen: Blühwiesen haben einen hohen Wert für die Biodiversität! Die Vielfalt der Blüten bietet Insekten ein optimales Angebot an Nahrung. Zudem finden sie hier auch Quartiere zum Überwintern wie die Stängel und Blattachseln der Pflanzen. Je nach Standort entwickelt sich eine Wiese anders und es finden sich andere Arten ein. Neben den Insekten finden weitere Tiere wie Reptilien, Amphibien, Reptilien, Amphibien, Säugetiere und Vögel hier Unterschlupf, Möglichkeiten zum Nisten sowie Nahrung.
Daher sollten solche Wiesen nicht betreten und vor jeder Pflegemaßnahme auf vorkommende Tiere geprüft werden. Wiesenflächen sind außerdem CO2-Speicher und tragen so zum Klimaschutz bei. Sie verbessern das lokale Klima, denn sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit und sind Kaltluftquellen. Die extensive Pflege spart Wasser und Energie.
Eine Wildblumenwiese ist nicht nur schön, sondern erfüllt wichtige ökologische Funktionen. Im Sommer nutzen sie zahlreiche Insekten als Futterquelle, Schmetterlinge und Käfer haben hier ihre „Puppenstuben“ und Säugetiere wie Igel und Feldhasen können sich zwischen den hohen Pflanzen verstecken. Ein Teil der Fläche sollte stets ungemäht bleiben, damit Tiere weiterhin Nahrung finden. Im Herbst und Winter ernährt die Wildblumenwiese so Vögel mit ihren Samenständen und Insekten überwintern in ihren Stängeln.
Historische Entwicklung und Nutzen für den Menschen
Wildblumenwiesen dienen auch uns Menschen, zum Beispiel als Kaltluftquelle. Zudem kann Regenwasser hier versickern – für neues Grundwasser. Wildblumenwiesen entwickelten sich in unserer Landschaft mit dem Beginn der Viehhaltung. Wiesen wurden gemäht, da das „Mahdgut“ den Tieren als Winterfutter diente. Durch das, je nach Standort, ein- bis dreimalige Mähen und Abtragen des „Mahdgutes“ pro Jahr wurden die Wiesen nach und nach abgemagert, wodurch sich seltene Pflanzenarten etablieren konnten. Seltene Tierarten siedelten sich an und ein eigener Lebensraum entstand. Die Vielfalt der Arten auf diesen Standorten macht sie noch heute so einzigartig und wertvoll.
Handlungsbedarf und Aufruf zum Mitmachen
Infolge der intensiven Nutzung der Landschaft durch den Menschen verschwinden diese Lebensräume – und mit ihnen viele Arten! Diese Tatsache lässt sich heute durch das Aussterben vieler Insektenarten, darunter vieler Spezialisten, und durch immer weniger wiesenbrütende Vogelarten erkennen. Um das zu verhindern, kann jeder einen Beitrag leisten … und eigene Flächen in Wildblumenwiesen verwandeln!
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde die Blühwiese auf dem ehemaligen Sportplatz in Greste angelegt?
Engagierte NABU-Mitglieder und Grester Naturfreunde säten am 9. Juli 2026 auf einer etwa 400 qm großen Fläche Blühsamen aus.
Wo befindet sich die beeindruckende Blühwiese?
Die Blühwiese befindet sich auf dem ehemaligen Sportplatzgelände in Greste.
Welchen Wert haben Blühwiesen für die Biodiversität?
Laut NABU Leopoldshöhe bieten Blühwiesen Insekten ein optimales Nahrungsangebot und Quartiere zum Überwintern. Sie dienen auch als Unterschlupf und Nahrungsquelle für Reptilien, Amphibien, Säugetiere und Vögel.
Was können Privatpersonen tun, um Blühwiesen zu fördern?
Um dem Verschwinden von Lebensräumen und Arten entgegenzuwirken, kann jeder einen Beitrag leisten und eigene Flächen in Wildblumenwiesen verwandeln.


