
Digitalisierung der Farbtafeln der Zeitschrift „Nach der Arbeit“. Fotos: BUND Lemgo
Einzigartiges Engagement trägt Früchte:
Die Obstsortendatenbank des BUND Lemgo hat 2025 mit über 202.000 unterschiedlichen Nutzern einen neuen Besucherrekord erzielt. Diese europaweit verlinkte, einzigartige Ressource, über Jahrzehnte vom BUND Lemgo aufgebaut, ist entscheidend für den Erhalt alter Obstsorten.
Die Datenbank entstand aus der dringenden Notwendigkeit, unbekannte Obstsorten zu bestimmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg mangelte es an Pomologie-Experten und zugänglicher alter Fachliteratur. Erschwerend kam hinzu, dass in den 1970ern staatliche Prämien zur Obstbaumrodung Sortenvielfalt vernichteten, ohne Schutzmaßnahmen.
Einzigartiger Wissensschatz gerettet
Über 40 historische Datenquellen, darunter seltene Fachliteratur, wurden systematisch erworben und gescannt. Heute präsentiert die Datenbank über 3.500 Obstsorten mit ihren Farbtafeln und Beschreibungen, kostenfrei für jedermann nutzbar.
Zu den Erfolgen zählt die Digitalisierung der extrem seltenen „Pomona Franconica“ (18. Jh.) nach Lokalisierung eines vollständigen Exemplars in Kopenhagen. Auch die Wiederherstellung und Digitalisierung der Farbtafeln der Zeitschrift „Nach der Arbeit“, für die privat Copyright-Rechte erworben wurden, war ein Erfolg.
Konkrete Erfolge und nachhaltige Bildung
Die Datenbank ermöglicht die Wiederauffindung vieler verschollener alter Obstsorten, wie der Apfelsorte „Sertürners Renette“, die heute wieder auf der Lemgoer Streuobstwiese des BUND gedeiht.
Die digitalen Farbtafeln dienen bundesweit als Grundlage für Obstsortenlehrpfade. Über 30 solcher Pfade wurden mit Unterstützung des BUND Lemgo realisiert und in Norddeutschland durch die BINGO-Umweltstiftung gefördert. Die Datenbank ist somit ein lebendiges, unverzichtbares Instrument zur Bewahrung des pomologischen Kulturguts.



