Noch ist die Kita in Greste eine Baustelle, einige Räume sind gesperrt. Laut Ratsbeschluss soll die Einrichtung bald saniert werden, damit der Regelbetrieb wieder beginnen kann. Foto: kd
Eltern feiern das Etappenziel
Leopoldshöhe (kd). Mit Jubel und anhaltendem Applaus reagierten die zahlreichen Besucher der jüngsten Ratssitzung auf die einstimmige Entscheidung, die Kita in Greste zu erhalten und zu sanieren. „Donnerwetter“ kommentierte Bürgermeister Martin Hoffmann das Abstimmungsergebnis. Denn die Verwaltung hatte die Schließung empfohlen.
Großes Besucherinteresse und bürgerschaftliches Engagement
Eine so gut besuchte Ratssitzung gab es wohl noch nie. Selbst in der großen Mensa des Schulzentrums reichten die Sitzplätze nicht aus, etliche Zuhörer mussten die Diskussion im Stehen verfolgen. Es waren zumeist Eltern, die bereits im Vorfeld mit öffentlichen Aktionen den Erhalt der Kita gefordert hatten. Gegenwärtig ist die Einrichtung weitgehend geschlossen, denn wegen eines Schadens an der Decke können einige Räume nicht genutzt werden. Um den Bestand zu sichern, hatte die Elternschaft sogar Eigenleistungen bei der Sanierung angeboten.
Argumente der Verwaltung für eine Schließung
Demgegenüber sah die Verwaltung eine Möglichkeit, Kosten zu sparen. In der Gemeinde seien in anderen Kitas genügend Plätze vorhanden, wie das Jugendamt des Kreises bestätigt habe. Außerdem belegte die Verwaltung anhand einer Übersicht, dass weiterhin mit einer rückläufigen Geburtenzahl zu rechnen sei.
Anträge auf weitere Beratung
Dem Rat lagen ähnliche Anträge von Seiten des Fördervereins und der Fraktion Bürger für Leopoldshöhe (BFL) vor, nicht vorschnell zu entscheiden, sondern zunächst im Fachausschuss für Bildung und Kultur zu beraten.
Positionen und Forderungen der Fraktionen
„Das Thema ist viel zu komplex und wird nicht in wenigen Terminen zu erledigen sein“, meinte Axel Meckelmann (CDU). Er regte deshalb an, eine Arbeitsgruppe zu bilden, der auch externe Sachverständige und Eltern angehören sollten. Nils Schotte (SPD) unterstützte den Vorschlag und sprach sich ausdrücklich für eine Instandsetzung der Kita Greste aus. „Schnellstmögliches Sanieren“ lautet auch die Forderung von Christiane Frevert (Grüne). Sie erinnerte an einen früheren Beschluss, dass zunächst ein Gutachten zu sämtlichen Kitas in Leopoldshöhe berücksichtigt werden müsse.
Sven Meier zu Evenhausen (PUB) konnte „nicht nachvollziehen, dass überhaupt über Schließung nachgedacht wird“. Da Erzieherinnen und Kinder derzeit in anderen Kindertageseinrichtungen untergebracht sind, sollten sie bald wieder „da sein, wo sie hingehören“. Die Fraktionen von BGL und FDP lehnten den Verwaltungsvorschlag ebenfalls ab.
Einstimmiger Beschluss und Ausblick bis 2026
Laut einstimmigem Beschluss wird eine endgültige Entscheidung bis Mitte Oktober 2026 getroffen, wenn auch die nächsten Anmeldezahlen vorliegen. Hochzufrieden verließen die Eltern die Ratssitzung. Das erste Etappenziel sei erreicht, hieß es in einer Stellungnahme. Der Beschluss sei „ein Bekenntnis zu unseren Kindern, zu den engagierten Erzieherinnen und Erziehern und zu all den Familien, die Tag für Tag auf diese Kita vertrauen“.