Ein stiller Nachbar in Not: Neue Ausstellung „Igelleben“ widmet sich dem Schutz der heimischen Stacheltiere

20. Jan. 2026 | Bad Salzuflen

Stadt Bad Salzuflen und „Pro Igel e.V.“ laden ab Februar zu Entdeckungsreise und Fachvorträgen ein

Bad Salzuflen. Wenn die Dämmerung einsetzt und ein leises Rascheln aus dem heimischen Gebüsch dringt, ist er meist nicht weit: der Igel. Seit Jahrtausenden gehört das Säugetier, wissenschaftlich Erinaceidae genannt, fest zur unserer Tierwelt. Er hat sich perfekt an ein Leben in unmittelbarer Nähe des Menschen angepasst. Doch diese Nachbarschaft ist brüchig geworden. Aufgeräumte Gärten, versiegelte Flächen und die Gefahren des modernen Straßenverkehrs setzen dem Bestand massiv zu. Ein alarmierendes Zeichen: Seit 2024 wird der Igel auf der Roten Liste als „potenziell gefährdet“ geführt. Um diesem Trend entgegenzuwirken und das Bewusstsein für den kleinen Insektenfresser zu schärfen, präsentieren die Stadt Bad Salzuflen und der Verein „Pro Igel e.V.“ ab dem 9.2.2026 die Wanderausstellung „Igelleben“.

Einblick in eine verborgene Welt 

In der Zeit vom 9.2.2026 – 30.3.2026 verwandelt sich die Wandelhalle am Kurpark (Parkstraße 24) in einen Ort des Lernens und Staunens. Die Ausstellung, die täglich von 9.00 – 18.00 Uhr geöffnet ist, gewährt faszinierende Einblicke in den Alltag eines nachtaktiven Wildtieres. Vanessa Ott, Projektleiterin vom städtischen Fachdienst Umwelt, beschreibt das Ziel der Schau treffend: Sie mache sichtbar, „was sonst meist verborgen bleibt“. Besucherinnen und Besucher erfahren nicht nur Wissenswertes über die erstaunlichen Fähigkeiten des Igels, sondern werden auch mit seiner wachsenden Verletzlichkeit in einer vom Menschen geprägten Umwelt konfrontiert.

Dabei geht es den Machern nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern um Aufklärung und Ermutigung. Die Ausstellung zeigt anschaulich, wie Igel leben, was sie zum Überleben benötigen und warum gut gemeinte Hilfe oft das Gegenteil bewirkt. Ein zentraler Fokus liegt auf den Lebensräumen in Gärten, Parks und Städten – genau dort, wo sich die Wege von Mensch und Igel täglich kreuzen. „Naturnahe Gärten, durchlässige Grundstücksgrenzen, Laubhaufen, sichere Unterschlüpfe und ein bewusster Umgang mit Technik und Chemie schaffen wertvolle Lebensräume“, erklärt Ott. Die Botschaft ist klar: Bereits kleine Veränderungen im eigenen Garten können eine große Wirkung haben. Die Ausstellung versteht sich als Einladung, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Umgebung lebensfreundlicher zu gestalten.

Umfangreiches Begleitprogramm mit Expertenwissen

Ergänzend zur siebenwöchigen Ausstellung bietet die Stadt Bad Salzuflen eine Reihe von fünf Fachvorträgen an, die verschiedene Aspekte des Igelschutzes beleuchten. Den Auftakt macht am Mittwoch, 18.2.2026, um 18.30 Uhr Angela Petermann von der Igelhilfe Herford-OWL e.V. in der VHS Bad Salzuflen. Unter dem Titel „Igel in unseren Gärten“ erläutert sie, warum die natürlichen Anpassungen des Igels heute oft nicht mehr ausreichen und welche Gefahren insbesondere nachts lauern.

Am Donnerstag, 26.2.2026, richtet sich der Blick nach Lemgo. Um 18.00 Uhr nimmt Referent Matthias Stock im „anno 1578“ (Mittelstraße 70, Lemgo) das Publikum mit auf eine Reise in die geheimnisvolle Welt der Orientierung, Nahrungsgewohnheiten und des Winterschlafs. Stock beleuchtet dabei auch die Bedrohungen durch den Verlust natürlicher Lebensräume.

Ein visuelles Highlight erwartet die Besucher am Donnerstag, 5.3.2026, zurück in der Wandelhalle Bad Salzuflen. Der renommierte Fotograf und Naturfilmer Robin Jähne zeigt ab 18.00 Uhr beeindruckende Dokumentationen über den Lebenszyklus des Igels – von der Geburt bis zur Aufzucht. Jähne erklärt, wie Igel ihre Reviere nutzen und welchen natürlichen Feinden sie begegnen.

Emotional und persönlich wird es am Donnerstag, 12.3.2026. Sabine Mirbach, Gästeführerin der Stadt Bad Salzuflen, berichtet um 18.00 Uhr in der Wandelhalle unter dem Titel „Zwei Igel namens Henriette und Louise“ von ihren Erfahrungen bei der Aufzucht zweier Fund Igel. Ihr Vortrag verspricht einen authentischen Einblick in die humorvollen und berührenden Momente des Zusammenlebens mit den stacheligen Pfleglingen.

Den Abschluss der Reihe bildet am Donnerstag, 26.3.2026, erneut Angela Petermann. Um 19.00 Uhr fasst sie in der Wandelhalle die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt den Besuchern nochmals praxisnahe Tipps an die Hand, wie jeder Einzelne durch einfache Maßnahmen – wie etwa den Verzicht auf Mähroboter in der Dämmerung – zum Schutz der Tiere beitragen kann.

Die Ausstellung und das Begleitprogramm richten sich an Menschen jeden Alters, von Schulklassen bis zu Gartenliebhabern, und laden dazu ein, „den Blick zu schärfen für das Leben direkt vor unserer Haustür“, so Vanessa Ott abschließend.

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