NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in Ostwestfalen-Lippe

1. März 2026 | Überregionales

Zu Gast beim Jahresempfang der IHK Lippe zu Detmold

Detmold/Kreis Lippe (rto). Am 26.2.2026, nahm Ministerpräsident Hendrik Wüst eine Reihe von Terminen in Ostwestfalen-Lippe wahr. In Gesprächen und Begegnungen vor Ort hat er sich einen Eindruck von aktuellen Projekten und Herausforderungen in der Region verschaffen. Zum Abschluss seiner Reise kam der Landeschef mit Vertretern der regionalen Wirtschaft in der IHK Lippe zu einem Austausch zusammen.

Ernste Worte des IHK-Präsidenten

„Willkommen im dritten Teil des Landeswappens, da, wo die Wirtschaft so tief verwurzelt ist wie die Rose“, begrüßte IHK-Präsident Volker Steinbach noch lachend und leicht spaßig den

Ministerpräsidenten sowie die vielen Gäste des Abends. Doch dann wurde er ernst. Vor der geballten Lippischen Wirtschaftskraft im vollen Saal der IHK, vertreten durch Unternehmer und Geschäftsführer sowie Der Spitze der Bezirksregierung und des Kreises, einigen Bürgermeistern und Landtagsabgeordneten wurde er konkret.

Die Stimmung sei konstruktiv angespannt, das Vertrauen in den Staat habe aber auch hier Risse bekommen, so Steinbach. Die Infrastruktur sei in einem schlimmen Zustand und bremse wie viel zu viel Bürokratie aus. „Wir müssen sanieren und bauen und das möglichst undeutsch, nämlich schnell“, forderte er.

Forderungen nach Planungssicherheit

Mit einem klaren Bekenntnis zur neu geplanten ICE-Strecke, die jetzt schnell umgesetzt werden müsse, erhobt der IHK-Präsident auch die Forderung die „Finger von der Erbschaftssteuer“ zu lassen. „Das ist eine Gefahr für Arbeitsplätze der Familienbetriebe“, so Steinbach um dann mit einer Forderung nach Planungssicherheit abzuschließen.

Reaktion und Selbstkritik des Ministerpräsidenten

Ministerpräsident Wüst, der sagte er habe aufmerksam zugehört, stimmte dem Präsidenten in einigen Dingen zu und sagte, er wisse das Engagement zu schätzen. Die Pandemie und die Rezession habe aber vieles gebremst auch die verfehlte Energiepolitik der letzten zwanzig Jahre, und da schloss er auch die CDU-Zeit mit ein, habe Vertrauen gekostet.

„Der Staat muss sich nicht wundern, dass die Menschen kein Vertrauen mehr haben, wenn der Staat den Menschen nicht vertraut“, brachte es der NRW-Landesvater auf den Punkt. „Wir sind dabei das zu ändern. Der Anfang ist gemacht. Das kann der Anfang für einen Aufschwung sein. Wir wollen den Menschen die Angst um Arbeitsplätze aus den Köpfen nehmen“, so Hendrik Wüst. Es sei Aufgabe der Politik, Probleme zu lösen und Chancen zu nutzen. Am Beispiel der Windkraft sagte er, dass die Ziele so gut wie erreicht sein. Jetzt gehe es an den Bau von Gaskraftwerken, die mit Wasserstoff betrieben werden können, um die Energiesicherheit fürs Land zu sichern. Da soll es jetzt sehr schnell los gehen, so der Landesvater.

Investitionen und Bürokratieabbau

Bei der Infrastruktur sei bisher zu wenig investiert worden auch aus Solidarität mit dem Aufbau Ost. Aber jetzt, so Hendrik Wüst, sei der Westen dran. An die Bürgermeister gewandt sagte er: „Wir garantieren für die Laufzeit des Sondervermögens und machen keine Taschenspielertricks. Das Geld ist da, wer schnell ist, ist vor der Preissteigerung. Wenn man vor Ort gute Rahmenbedingungen schafft, dann lockt man die Wirtschaft an.“

Er machte aber auch keinen Hehl daraus, dass viele Aufgaben noch längst nicht zufriedenstellend gelöst sind. Wichtig für ihn sei die Staatsmodernisierung oder wie Volker Steinbach es formuliert habe, der Bürokratieabbau: „Mir ist der Staat zu kompliziert geworden. Wir müssen los lassen, es ist zu viel. Und um den Wohlstand zu erhalten, müssen die Besten sein.“

Die geballte lippische Wirtschaftskraft im Saal der IHK beim Besuch des Ministerpräsidenten. Foto: Reiner Toppmöller
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