Auto Club Europa (ACE) informiert
In Spätsommer und Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen, da Dämmerung und Berufsverkehr zusammenfallen. ACE-Experte Christoph Birnstein warnt: Jederzeit mit Tieren auf der Fahrbahn rechnen. Tipps zur Vermeidung von Wildkollisionen:
Warnschilder und Hinweise beachten
Verkehrszeichen mit springendem Hirsch bedeuten: Geschwindigkeit reduzieren, Fahrbahnränder beobachten, bremsbereit sein. Auch ohne Schild ist um Waldgebiete, Wiesen und Felder – besonders morgens und abends – erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Hochsitze und blaue Wildwarner signalisieren ebenfalls Wildwechsel.
Wildtiere sind aktuell sehr aktiv. Weder Zäune noch Wildwarnreflektoren bieten verlässlichen Schutz vor Wild auf der Fahrbahn; die Wirksamkeit von Reflektoren ist umstritten, teils widerlegt.
Erntezeit: Vorsicht vor aufgeschrecktem Wild und Rutschgefahr
Erntemaschinen scheuchen Wild auf die Straße. Danach suchen Tiere auf abgeernteten Feldern neuen Schutz und überqueren ebenfalls Fahrbahnen. Landwirtschaftliche Fahrzeuge und hochstehende Felder am Straßenrand – wie Mais – sind Warnzeichen: Tiere können unvermittelt auf die Fahrbahn treten.
In der Erntesaison, besonders an Mais- und Getreidefeldern, ist die Geschwindigkeit vorsorglich zu reduzieren. Bei verschmutzten Straßen und feuchter Witterung steigt die Rutschgefahr durch Erde, Ernterückstände und Laub. Tief stehende Sonne, Nebel und Regen erschweren zusätzlich die Sicht.
Im Notfall: Vollbremsung statt Ausweichen
Tiere sind unberechenbar und können plötzlich die Fahrbahn queren. Bei Wild auf der Straße: Fernlicht ausschalten (um Blendung zu vermeiden), Geschwindigkeit verringern und notfalls bremsen. Hupen kann helfen, Tiere zu vertreiben, so Birnstein.
Im Notfall ist eine Vollbremsung mit fest gehaltenem Lenkrad sicherer als Ausweichen (Gefahr des Gegenverkehrs oder Baumanpralls). Wildtiere sind selten allein unterwegs; rechnen Sie mit weiteren Tieren. Auch vorausfahrende Fahrzeuge können wegen Wild abrupt bremsen.