Gelbe Tonnen werden verstärkt kontrolliert

15. Nov. 2025 | Überregionales

Fehlbefüllung nimmt stark zu

Brände in Sortieranlagen durch Lithium-Ionen-Batterien

Kreis Lippe (rto). Die Entsorgungsbetriebe sind beunruhig. Die Fehlbefüllung der Gelben Tonnen nimmt stark zu. Die beiden Brände in der Sortieranlage in Dörentrup sind vermutlich durch Lithium-Ionen-Batterien ausgelöst worden. Zweimal hat es in diesem Jahr in der Sortieranlage der Firma Remondis in Dörentrup schon gebrannt. Nach dem Brand im Mai diesen Jahres stand die Wertstoff-Sortierhalle zuletzt Mitte Oktober in Flammen. Nach Schätzungen des Unternehmens haben die beiden Ereignisse einen Gesamtschaden von über 1 Mio. Euro angerichtet. Ursache sind vermutlich unsachgemäß entsorgte Batterien gewesen. Ausgebrochen waren die Feuer in einer Halle, in der Verpackungsabfälle aus den Gelben Wertstofftonnen gelagert werden. Feuerwehr und Unternehmen, gehen davon aus, dass sie die Ursache der Brände sind. Wenn sie zerstört werden, entzünden sie sich selbst.

Häufigkeit der Brände und ihre Auswirkungen

„Rund dreißig Brände gibt es pro Tag in den Sortieranlagen der Bundesrepublik, mal größer, mal kleiner“, sagt Jens Ußling Geschäftsführer der Remondis OWL GmbH im Gespräch mit der Zeitung. Das führe soweit, das es kaum noch Versicherungen gäbe, die die Millionen teuren Sortiermaschinen versichern, fügt er noch an.

Ursachen der Fehlbefüllung und verschärfte Kontrollen

Das Problem, in vielen Dingen sind diese Lithium Batterien bereits eingearbeitet, wie z.B. in Grußkarten die Musik abspielen aber auch in E-Zigaretten. Dazu kommt, dass die Menschen immer weniger sortieren. So finden die Mitarbeiter nicht Elektrogeräte und allerlei Haushaltsmüll, sondern auch immer wieder Tierkadaver oder Küchenabfälle. Das führe jetzt dazu, dass die Gelben Tonnen in Zukunft stärker kontrolliert werden. Nicht richtig befüllte Tonnen werden fotografiert und bleiben stehen. Erst wenn sie wieder richtig befüllt sind werden sie entsorgt.

Appell an die Verbraucher und gemeinsame Lösungsansätze

„Das Problem kann nur gemeinschaftlich gelöst werden. Deshalb werden wir die Kontrollen intensivieren. Lachgasflaschen, Blinkende Schuhe und Essensreste gehören nicht in die Gelbe Tonne“, sagt auch Ulrich Schlotthammer, Geschäftsführer des Abfall Wirtschaftsverbandes Lippe. Es gäbe nicht nur Unwissenheit unter den Verbrauchern, sondern auch Totalverweigerer, sind sich die Abfall-Manager einig. Dies führe letztlich zu höheren Kosten, die an die Verbraucher zurückgegeben werden müssen.

Spezifische Maßnahmen in Detmold

In Detmold, so Anja Fricke, Teamleiterin der Abfallwirtschaft, wird man jetzt nicht nur in der Innenstadt von den Gelben Säcken auf Tonnen umsteigen, sondern die Tonnen dort konsequent abziehen, wo es immer wieder zu Fehlbefüllungen komme. „Wir stellen dort dann einen Grauen Container hin in dem alles gesammelt werden kann. Die Folge, die Abfuhrkosten werden erheblich steigen“, sagt sie.

Klarstellung zur Recyclingquote

Lena Lagekämper, zuständig für die Kommunikation bei Remondis, räumt noch mit einem verbreiteten Vorurteil auf: „Es stimmt nicht, dass die Gelben Säcke in die Verbrennung gehen. Bei guter Sortierung gehen 51,2 Prozent der gesammelten Verpackungen aller Art in die Weiterverwertung.“

Verantwortlichkeiten in der Abfallentsorgung

Seit über dreißig Jahren tragen Handel und Hersteller inzwischen die Verantwortung für die vollständige Entsorgung der in den Verkehr gebrachten Verpackungen. Im Kreis Lippe sorgt dafür die Firma Remondis. Städte und Gemeinden sind nicht verantwortlich für die Entsorgung.

Weitere Informationen

Informationen zur richtigen Entsorgung gibt es unter: www.abfall-lippe.de oder unter: www.muelltrennung-wirkt.de

Gelbe Tonnen, in denen falsch sortiert wurde, werden nicht geleert und bleiben stehen. Foto: Abfall-Wirtschaftsverband Lippe
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