Gesprächskreis „Luft holen! Angebot für Trauernde“ hat sich erfolgreich gebildet

14. Juni 2026 | Kurz notiert

Trauer gemeinsam bewältigen

Oerlinghausen-Helpup (kd). Die Trauer um den Tod eines geliebten Menschen geht tief unter die Haut. Die Zurückbleibenden haben das Gefühl, plötzlich ganz allein auf der Welt zu sein. „Trauerbewältigung braucht einfach Zeit“, sagt Sandra Neuber-Richeton aus eigener Erfahrung. „Das ist nicht innerhalb von einem Trauerjahr erledigt.“ Deshalb hat sie im vergangenen Jahr einen Gesprächskreis gegründet. Unter der Bezeichnung „Luft holen“ treffen sich inzwischen 13 Frauen und Männer regelmäßig, um gemeinsam die Einsamkeit zu überwinden. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen.

Die Herausforderungen der Trauer

Mit dem Verlust kann sich vieles verändern, was früher selbstverständlich schien. Es kann vorkommen, dass sich Freunde zurückziehen. „Auf einmal ist man aus der gewohnten Gruppe ausgeschlossen, vielfach fehlt anderen auch das Verständnis für die Trauer“, sagt Sandra Neuber-Richeton. Auch ein schlichter Hinweis „Wird doch schon wieder“ reiche keineswegs aus.

Mehr als nur Trauern

Im Gesprächskreis hingegen wird die schwierige Situation gemeinsam bearbeitet. „Die gleiche Erfahrung verbindet. Die Betroffenen verstehen sich schnell und es entwickelt sich eine Vertrauensbasis“, weiß Sandra Neuber-Richeton. Mit Ausbildungen in personenzentrierter Gesprächsführung, als Deeskalationstrainerin, Traumapädagogin und Schulbegleiterin bringt sie auch ihre fachlichen Erfahrungen ein. Die Gruppe bietet Gelegenheit, sich auszutauschen und Unterstützung zu erhalten. „Aber wir kreisen nicht nur um das Thema Trauern, wir blicken zugleich positiv nach vorn und können auch mal lachen.“ Eine Teilnehmerin habe gemeint: „Eigentlich sind wir ja die Lach- und Trauergruppe.“

Stärkung und offene Türen

Auch außerhalb der regulären Treffen hat sich einiges entwickelt: Es gab schon einen Spieleabend, Verabredungen zum gemeinsamen Essen und zum Besuch des Nikolausmarktes sowie Ausflüge mit dem Fahrrad. „Es ist schon eine schöne Gemeinschaft entstanden“, sagt Sandra Neuber-Richeton. Sie eint die Ziele: „Wir wollen die eigene Stärke wiedererlangen und lernen, allein zu sein.“ Die Gruppe sei dennoch offen für weitere Personen in ähnlicher Situation. Der Treffpunkt, das LIP-Café, biete dazu den passenden, geschützten Raum zur alleinigen Nutzung.

Termine und Kontakt

Die Gruppe „Luft holen! Angebot für Trauernde“ trifft sich jeweils am ersten Sonntag im Monat im LIP-Café, Lagesche Straße 34 (hinter der Kirche), zwischen 15.00 – 16.30 Uhr. Weitere Informationen unter Tel.: 01525-3628221.

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