Der jahrelange Einsatz von Manfred Burkamp (links) hat sich gelohnt. Auch die Vertreter der Bürgerstiftung, Dirk Czychun (Mitte) und Gerhard Schemmel, möchten den Grenzstein wieder versetzen lassen und bitten dafür um Spenden. Foto: kd
Die Bürgerstiftung Leopoldshöhe bittet um Spenden für den historischen Grenzstein
Der unsichtbare Zeitzeuge an der B 66
Leopoldshöhe (kd). Sogar der Petitionsausschuss der nordrhein-westfälischen Landesregierung hat sich schon mit dem Fall des historischen Grenzsteins nahe der Bundesstraße 66 befasst. Inzwischen wurde für die Umsetzung „grünes Licht“ gegeben. Der 250 Jahre alte, markante Stein ist denkmalgeschützt. Er steht zwischen Bielefeld-Ubbedissen und Leopoldshöhe-Asemissen und wurde im Laufe der Jahrhunderte schon mehrfach versetzt. Wegen des umfangreichen Ausbaus musste die Grenzmarkierung 2017 den Standort wechseln. Die Landesstraßenbaubehörde ließ ihn auf Bielefelder Gebiet versetzen. Durch die Bauarbeiten befindet sich die Grenzsäule jetzt eingezwängt zwischen dem Zaun einer Trinkwassergewinnungsanlage und der Schallschutzwand zur Bundesstraße. Somit ist er nahezu unsichtbar.
Engagement für die Rückkehr des Denkmals
Manfred Burkamp, früherer stellvertretender Bürgermeister in Leopoldshöhe, hatte sich schon frühzeitig dafür eingesetzt, dass der Stein wieder seinen angestammten Platz erhält. „Das kulturhistorisch bedeutende Zeugnis soll wieder für die Öffentlichkeit sichtbar sein“, sagt er. Die Obere Denkmalschutzbehörde war zunächst dagegen, willigte dann aber doch ein, die Umsetzung zu akzeptieren. „Der Sinneswandel ist nur erfolgt, weil ich im Petitionsausschuss war“, meint Burkamp. „Darüber bin ich froh und dankbar.“
Hohe Kosten – Bürgerstiftung springt ein
Die Fachbehörden haben jedoch zur Auflage gemacht, dass ein zertifizierter Steinmetzbetrieb die Umsetzung übernimmt. Die Kosten werden auf rund 11.000,00 € geschätzt. Straßen.NRW sieht sich nicht in der Pflicht, außerdem bestehen nur mündliche Absprachen, an die sich niemand mehr erinnert. Eine solch hohe Summe kann die Gemeinde aufgrund der schwierigen Haushaltslage nicht aufbringen. Deshalb springt die Bürgerstiftung Leopoldshöhe ein. „Eine solche Aufgabe entspricht auch unserer Satzung“, erklärte der Vorsitzende Dirk Czychun.
Aufruf zur Unterstützung: Ihre Spende zählt
Die Bürgerstiftung ruft daher zu Spenden auf. Die Stiftung übernimmt die treuhänderische Verwaltung der zweckgebundenen Spenden und leitet diese bei Umsetzung des Projekts an die Gemeinde weiter.
„Der Grenzstein ist ein Stück unserer lokalen Geschichte. Es wäre ein großer Gewinn für die Gemeinde, ihn wieder an seinem ursprünglichen Platz zeigen zu können“, erklärten Dirk Czychun und Gerhard Schemmel als Vertreter der Bürgerstiftung. Sie hoffen nun auf eine breite Unterstützung aus der Bürgerschaft. Spenden können auf das Konto DE88 4825 0110 0005 151519 mit dem Verwendungszweck „Spende historischer Grenzstein B 66“ überwiesen werden. Zuwendungsbestätigungen werden ausgestellt.