Fachbereichsleitung Andrea Rodekamp (links), Bürgermeister Martin Hoffmann, Projektmanagerin MED OWL Dr. Charlotte Șahin und Uwe Borchers (Gschf. MED OWL). Foto: Gemeinde Leopoldshöhe
Gemeinde Leopoldshöhe informiert
Seit dem Frühjahr 2023 steht Leopoldshöhe vor einer großen Herausforderung: Mit der Schließung der Praxis Dr. Streichan und Dr. Dissmann verloren rund 4.000 Patientinnen und Patienten ihren Hausarzt. Bürgermeister Martin Hoffmann hat daraufhin sofort gehandelt und mit Politik und Verwaltung eine Hausarztkampagne gestartet. Gemeinsam mit den bestehenden Praxen wurde die Bevölkerung aufgerufen, aktiv bei der Suche nach neuen Ärztinnen und Ärzten mitzuwirken.
„Wir wissen, wie wichtig eine wohnortnahe medizinische Versorgung für Leopoldshöhe ist“, so Hoffmann. „Deshalb führen wir seit zwei Jahren intensive Gespräche mit Praxen und Medizinischen Versorgungszentren in der gesamten Region.“
Mit mehreren Ärztinnen und Ärzten wurden in dieser Zeit vielversprechende Gespräche geführt. Trotz intensiver Bemühungen gelang es jedoch bisher nicht, Ärztinnen und Ärzte für den Standort Leopoldshöhe zu gewinnen.
Doch wir geben nicht auf: Erst vor kurzem gab es Gespräche mit zwei jungen Ärzten, die großes Interesse daran haben, in Leopoldshöhe eine neue Praxis zu eröffnen. Beide müssen noch eine zweijährige Weiterbildung absolvieren. Gemeinsam wird bereits über einen konkreten Zeitplan, geeignete Räumlichkeiten und Strukturen nachgedacht – auch im Hinblick auf die Brunsheide als Investoren.
„Das ist keine kurzfristige Lösung – aber langfristig werden wir die hausärztliche Versorgung sichern“, betont Hoffmann. Der erste stellvertretende Bürgermeister Klaus Fiedler ergänzt: „Wir führen diese Gespräche seit zwei Jahren mit voller Transparenz und laden alle ein, daran mitzuwirken. Wer eine Ärztin oder einen Arzt kennt, der nach Leopoldshöhe kommen möchte, kann sich jederzeit bei uns melden.“
Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war kürzlich ein Treffen mit dem Verein zur Förderung von Innovationen in der Gesundheitswirtschaft OWL e.V. (ZIG), vertreten durch den Geschäftsführer Uwe Borchers.
Unter Leitung von Dr. Charlotte Șahin kümmert sich der Förderverein MED OWL darum, junge Studentinnen und Studenten der neuen Medizinischen Fakultät OWL an der Universität Bielefeld an die Region OWL zu binden. Ziel von MED OWL ist es, diese angehenden Ärztinnen und Ärzte frühzeitig für die Region OWL zu begeistern, ihre Ausbildung zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass sich hier nicht nur gut leben, sondern auch hervorragend arbeiten lässt.
Die Verwaltung wird dem neuen Rat vorschlagen, Mitglied bei MED OWL zu werden. Dadurch kann Leopoldshöhe direkt Veranstaltungen vor Ort anbieten, um frühzeitig Kontakt zu den zukünftigen Medizinerinnen und Medizinern herzustellen. „Wir wollen nicht nur Ärztinnen und Ärzte gewinnen, sondern auch Menschen, deren Herz für Leopoldshöhe schlägt“, betont Hoffmann. Geschäftsführer Uwe Borchers von MED OWL sieht Leopoldshöhe in diesem Prozess bereits als Vorreiter: „Viele Kommunen denken noch gar nicht so langfristig, um ihre medizinische Versorgung zu sichern. Leopoldshöhe zeigt hier einen vorbildlichen Weg.“