
Wenn die Katze mit den spitzen Zähnen zubeißt, gelangen gefährliche Erreger vom Speichel in die Blutbahn, dadurch ist das Infektionsrisiko bei Katzenbissen höher als bei Hundebissen. Foto: AOK/colourbox/hfr
AOK warnt vor schwerwiegenden Folgen durch Hunde- und Katzenbisse – Schnelles Handeln ist entscheidend
Kreis Lippe / Bielefeld. Im Kreis Lippe und in Bielefeld gehören Hunde und Katzen fest zum Familienbild. Doch die Idylle mit dem geliebten Vierbeiner kann trügen: Selbst das friedlichste Tier kann sich erschrecken oder einen schlechten Tag haben. Die Folgen sind oft schmerzhaft und gefährlicher als gedacht. Jährlich ereignen sich in Deutschland rund 50.000 Bissverletzungen.
Meist sind es dabei die eigenen Tiere oder die aus der direkten Nachbarschaft, die zubeißen. Oft sehen die Wunden auf den ersten Blick harmlos aus, doch gerade dieser Schein birgt Risiken. Durch die Zähne können gefährliche Krankheitserreger tief in das Gewebe gelangen.
„Tierbisse werden leider häufig unterschätzt, obwohl sie ein hohes Infektionsrisiko bergen. Wir empfehlen deshalb dringend allen Betroffenen aus dem Kreis Lippe, bei Bissverletzungen unbedingt den Hausarzt aufzusuchen und die Wunde untersuchen und behandeln zu lassen“, betont Matthias Wehmhöner, AOK-Serviceregionsleiter. Mögliche Folgen einer Nichtbehandlung reichen von Wundstarrkrampf und Tollwut bis hin zu Tularämie oder Leptospirose.
Kinder sind besonders gefährdet
Besonders häufig trifft es die Kleinsten. Rund 25 Prozent aller Bissverletzungen betreffen Kinder unter sechs Jahren, weitere 34 Prozent die Altersgruppe bis 17 Jahre. Kinder neigen zu plötzlichen Bewegungen, die das Haustier erschrecken können, und können Warnsignale oft noch nicht richtig deuten. Vorsorge ist hier der beste Ratgeber: Eltern sollten den Nachwuchs frühzeitig im Umgang mit Tieren schulen – etwa, dass man schlafende oder fressende Tiere nicht stören darf.
Besondere Gefahr durch Katzenbisse
Obwohl Hunde häufiger zubeißen, ist das Infektionsrisiko bei Katzenbissen deutlich höher. Der Speichel der Stubentiger enthält oft aggressive Krankheitserreger. Durch die spitzen Zähne gelangen diese tief in die Wunde, die sich oberflächlich schnell wieder verschließt. Während das allgemeine Infektionsrisiko bei Tierbissen zwischen zehn und 20 Prozent liegt, beträgt es bei einem Katzenbiss 30 – 50 Prozent.
„Auch mit einer vermeintlich kleinen Wunde sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen. Denn bleibt die Bissverletzung unbehandelt, kann sie sich entzünden und zu schweren und dauerhaften Schäden an Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen führen“, warnt Wehmhöner. Spätestens bei Rötungen, Schwellungen, pochenden Schmerzen oder Fieber ist ärztliche Hilfe unumgänglich. In der Praxis wird die Wunde versorgt und oft auch der Impfschutz überprüft.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, den Schutz gegen Tetanus alle zehn Jahre aufzufrischen, nach Verletzungen oft auch früher. Es empfiehlt sich daher, den Impfpass direkt mitzuführen.
Weitere Infos im Internet unter www.aok.de/nw, Rubrik Gesundheitsmagazin unter Körper & Psyche.
