
Hoch hinaus ging es für Tanja und Jochen Tilleke (im Korb). Gute Wünsche zum Ruhestand äußerten (v.l.) Jan Hohenburg, Matthias Bracht, Michael Sielemann, Dominik Meyer und Sebastian Köster. Foto: kd
Dienstende am Geburtstag
Feuerwehrdienst endet mit 67 Jahren
Oerlinghausen-Helpup (kd). Am letzten Übungsabend der Freiwilligen Feuerwehr Löschgruppe Helpup ist Jochen Tilleke mit seinem 67. Geburtstag und nach 52 Jahren Dienst offiziell in den Feuerwehr-Ruhestand getreten. Er blieb bis zuletzt aktiv und war das erste Mitglied der Löschgruppe Helpup, das bis zur Altersgrenze diente.
Überraschender Abschiedsempfang
Mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn wurde Jochen Tilleke von Zuhause abgeholt. Vor dem Gerätehaus an der Bahnhofstraße bereiteten ihm die aktiven Kameraden und die komplette Jugendgruppe einen besonderen Abschiedsempfang. Nach dem gemeinsam gesungenen „Happy Birthday to you“ erinnerte Matthias Bracht, stellvertretender Leiter der Oerlinghauser Gesamtwehr, an den Werdegang des Neu-Ruheständlers.
Ein Leben für die Feuerwehr
1974, mit 15 Jahren, trat Jochen Tilleke der Feuerwehr bei und gehörte sofort zu den Gründungsmitgliedern der Jugendfeuerwehr. 1978 wurde er in die Einsatzabteilung aufgenommen. Nach freiwilliger Verlängerung kommt der Unterbrandmeister auf eine Mitgliedschaft von insgesamt 52 Jahren, die aktive Dienstzeit betrug mehr als 48 Jahre. Für seine Verdienste wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Bronze.
Unverzichtbares Bindeglied
Diese seltene Wertschätzung wurde ihm zuteil, weil er sich „hervorragend für seine Kameraden einsetzt“. In der Laudatio hieß es: „Ein Nein gibt es für ihn nicht.“ So organisierte er zahlreiche interne Veranstaltungen und Fahrten, außerdem übernahm er die Funktion der Vertrauensperson. Auf diese Weise sei er zu einem wichtigen Bindeglied zwischen allen Abteilungen des Löschzugs Helpup geworden.
Emotionaler Abschied und Erinnerungsgeschenk
Mit einem dreifachen „Gut Wehr!“ verabschiedeten ihn die angetretenen Wehrleute und luden ihn ein, gemeinsam mit Ehefrau Tanja Tilleke im Korb der großen Drehleiter Platz zu nehmen. Aus 30 Metern Höhe sollte noch einmal ein Blick auf das bisherige Einsatzgebiet geboten werden. Mit den Worten „Ich bin überwältigt“ bedankte sich Jochen Tilleke für den Überraschungsempfang. An dem Übungsabend nahm er aber nicht mehr teil. „Meinen Spind habe ich doch schon ausgeräumt“, erklärte er. Den weißen Schutzhelm erhielt er zur Erinnerung als Geschenk, auf ihm befinden sich jetzt die Unterschriften aller Kameradinnen und Kameraden.

