Den Rettungsdienst für Mitarbeitende attraktiver machen: Das ist ein Ziel des neues Arbeitszeitmodells. Foto: Kreis Lippe
Kreis Lippe führt 24-Stunden-Schichten im Rettungsdienst ein
Der Kreis Lippe reagiert auf den langjährigen Wunsch seiner Beschäftigten und führt zum 1.2.2026 ein neues Arbeitszeitmodell im Rettungsdienst ein. Ergänzend zum bisherigen System wird, basierend auf einer Tarifanpassung, ein 24-Stunden-Schicht-Modell angeboten. Ziel ist es, die Attraktivität des Berufs durch flexiblere Arbeitszeiten zu steigern und Bewerberwünschen gerecht zu werden.
Mehr Freizeit am Stück
Das neue Modell umfasst in der Regel einen vollständigen Kalendertag und sieht in der Regel einen Dienst von 7.00 – 7.00 Uhr des Folgetags vor, der sich aus aktiven Einsätzen und Bereitschaftszeit zusammensetzt. „Auf eine 24-Stunden-Schicht folgen üblicherweise mindestens 48 Stunden Freizeit“, erklärt Achim Reineke, Fachgebietsleiter Rettungsdienst. Dies fördere die Erholung, erleichtere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und reduziere Fahrtkosten für die Pendler. Gleichzeitig kann die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit mit vergleichsweise wenigen Schichten erreicht werden.
Ausnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden
Nicht alle Standorte werden das Modell übernehmen. Aufgrund des hohen Einsatzaufkommens verbleiben die Wachen in Lemgo und Bad Salzuflen beim bewährten 12-Stunden-Rhythmus. Damit soll einer übermäßigen körperlichen und mentalen Belastung vorgebeugt und die Patientensicherheit gewährleistet werden.
Laut einer internen Befragung sind rund 65 Prozent der Beschäftigten an dem neuen Modell interessiert. Sascha Medina, kommissarischer Leiter Bevölkerungsschutz, betont jedoch: „Die Teilnahme ist freiwillig.“ Nach einer sechsmonatigen Erprobungsphase können die Mitarbeitenden entscheiden, ob sie im neuen Modell verbleiben oder zum alten System zurückkehren möchten.