
Häufig sind es Essgeräusche, die Menschen, die an Misophonie leiden, stark emotional peinigen. Foto: AOK/colourbox/hfr
Wachsende Belastung: Ekel vor Alltagsgeräuschen wird für immer mehr Menschen zur Qual – auch in OWL
Ein leises Schmatzen am Nebentisch oder das Tropfen eines Wasserhahns können für Menschen mit Misophonie unerträglich sein und intensive Wut oder Ekel auslösen. Dieses Phänomen betrifft auch immer mehr Menschen im Kreis Lippe und Bielefeld. Wörtlich „Hass auf Geräusche“ bedeutet, reagieren Betroffene stark emotional auf bestimmte Klänge, deren Lautstärke dabei unerheblich ist. „Kauen, ein tropfender Wasserhahn oder Schmatzen bringen Betroffene in Rage“, bestätigt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.
Was ist Misophonie?
Misophonie ist ein relativ junges Krankheitsbild, das sich oft zwischen dem achten und 13. Lebensjahr oder in der Pubertät manifestiert. Experten vermuten, dass negative oder traumatische Erfahrungen mit bestimmten Geräuschen die Ursache sein können. Schätzungen zufolge sind 15 – 20 Prozent der Bevölkerung betroffen und erleben Reaktionen von Irritation und Ärger bis hin zu tiefem Hass.
Diagnose und Therapieansätze
Da Misophonie noch nicht in den offiziellen Diagnose-Klassifikationen (ICD-10) geführt wird, sollten Betroffene ihren Hausarzt konsultieren, der ggf. eine HNO-ärztliche Begleitung koordiniert. Therapeutische Ansätze umfassen Gegenkonditionierung zur positiven Verknüpfung von Geräuschen oder Methoden zur Stressreduktion und Entspannung wie Autogenes Training, Yoga oder Thai-Chi, um emotionale Reaktionen zu kontrollieren.
Weitere Infos bietet die AOK NordWest sowie www.stress-im-griff.de
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Misophonie?
Misophonie, wörtlich übersetzt „Hass auf Geräusche“, ist ein Phänomen, bei dem Betroffene auf bestimmte Klänge wie Schmatzen oder Wassertropfen mit intensiver Wut oder Ekel reagieren. Dieses relativ junge Krankheitsbild betrifft auch Menschen im Kreis Lippe und Bielefeld.
Wann manifestiert sich Misophonie und wie viele Menschen sind betroffen?
Misophonie manifestiert sich oft zwischen dem achten und 13. Lebensjahr oder in der Pubertät. Schätzungen zufolge sind 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung betroffen und erleben Reaktionen von Irritation und Ärger bis hin zu tiefem Hass.
Wie wird Misophonie diagnostiziert und welche Therapieansätze gibt es?
Da Misophonie noch nicht in den offiziellen Diagnose-Klassifikationen (ICD-10) geführt wird, wird Betroffenen empfohlen, ihren Hausarzt zu konsultieren, der gegebenenfalls eine HNO-ärztliche Begleitung koordiniert. Therapeutische Ansätze umfassen Gegenkonditionierung sowie Methoden zur Stressreduktion und Entspannung, wie Autogenes Training, Yoga oder Thai-Chi.
Wo können Betroffene weitere Informationen erhalten?
Weitere Informationen zur Misophonie bietet die AOK NordWest sowie die Webseite www.stress-im-griff.de.

