
Jetzt können die Bauarbeiten beginnen, erklärten (v.l.) Bürgermeister Peter Heepmann, Architekt Thorsten Schütze und Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Bennker. Fotos: kd
Stadtwerke Oerlinghausen können jetzt durchstarten
Die Stadtwerke Oerlinghausen haben einen aktualisierten Zeit- und Kostenplan für den Neubau des Freibads in Oerlinghausen bekannt gegeben. Die Eröffnung ist nun für Mai 2028, ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen, geplant. Verzögerungen durch langwierige europaweite Ausschreibungen und unerwartete Felsvorkommen bei den Bauarbeiten sind die Hauptursachen, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Benneker und Architekt Thorsten Schütze mitteilten.
Verzögerungen bei der Vergabe
„Bei einem derartigen Großprojekt schreiben die Richtlinien eine europaweite Ausschreibung vor“, sagte Benneker bei einem Pressegespräch. Das Verfahren habe sich allerdings in die Länge gezogen. Einzelne Gewerke mussten bis zu drei Mal ausgeschrieben werden, weil entweder unzureichende oder gar keine Angebote eingegangen seien. Um ein rechtssicheres Vorgehen abzusichern, wurde zur Beratung noch eine Bielefelder Fachkanzlei hinzugezogen.
Aktueller Stand der Bauarbeiten
Bislang wurden bereits das alte Aluminiumbecken im Nichtschwimmerbereich, der Boden im Schwimmerbecken sowie die Sprungtürme entfernt. Aus Richtung Im Kalkofen wurde auch schon eine Baustraße angelegt. Derzeit wird mit einem Bagger der Ausschwimmkanal abgebrochen, berichtete der beauftragte Architekt Thorsten Schütze. Als Spezialist für öffentliche Bäder war er zuvor schon als Gutachter in Oerlinghausen tätig.
Herausforderungen im Bauablauf
Die erste Baumaßnahme wird das Technikgebäude neben dem früheren Eingang sein. „Allerdings sind wir bei Probebohrungen auf einen Felsen gestoßen“, erläuterte Schütze. „Deshalb können wir keinen Aushub gewinnen, der eigentlich wiederverwendet werden sollte.“ Im nächsten Schritt werden ein Kran aufgestellt und die Becken eingebaut. Für die Schweißarbeiten an den Aluminiumsegmenten muss eine Temperatur von mindestens 10 Grad herrschen. „Deswegen werden wir damit erst Ende April 2027 beginnen können“, sagte Architekt Schütze.
Neuer Zeitplan und Kostenentwicklung
„Damit steht fest, dass wir den Bauzeitenplan aus dem Jahr 2025 nicht einhalten können“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Benneker. Als Gründe nannte er die Verzögerungen bei der Vergabe und das zusätzliche Abtragen des Felsens. In der Folge hält er eine Eröffnung im Mai 2028, also ein Jahr später als vorgesehen, für realistisch. Bürgermeister Peter Heepmann sagte: „Wir haben lange darüber diskutiert, aber ein früherer Termin ist einfach nicht möglich.“ Es sei erfreulich, dass sich jetzt eine klare Perspektive ergeben habe.
Finanzierung und ursprüngliche Planung
Die Stadtwerke hatten bereits 2020 erste Überlegungen zum Neubau angestellt, denn das Becken war nicht dicht, täglich gingen 150 Kubikmeter Wasser verloren. Nach der Saison 2022 wurde das Bad geschlossen. „Wir haben rechtzeitig Förderanträge gestellt und vom Land Zusagen über insgesamt 3,8 Millionen Euro erhalten“, sagte Benneker. Weitere 5 Millionen Euro stellt die Stadt bereit. Ursprünglich sollten die Baukosten bei 8,5 Millionen Euro betragen, inzwischen wird aus den genannten Gründen mit 9,2 Millionen gerechnet.
Das neue Freibad im Detail
Im neuen Freibad wird das 50-Meter-Becken in ein 25 Meter langes Schwimmer- und Sprungbecken und in ein Nichtschwimmerbecken geteilt. Zusätzlich wird ein neues Kleinkinderbecken mit Spiel- und Wasserelementen gebaut. Umkleide- und Sanitärbereiche werden neu gestaltet. Moderne Technik soll langfristig Energie- und Betriebskosten senken. Die Wassertechnik auf den neuesten Stand gebracht; die komplette Wasseraufbereitung wird effizienter, hygienischer, nachhaltiger sein. Alle Bereiche sollen barrierefrei erreichbar werden, zusätzlich ist ein gastronomischer Betrieb vorgesehen.
Langfristige Perspektive
Architekt Schütze wies darauf hin: „Das Freibad ist auf eine Lebensdauer von 50 bis 80 Jahre angelegt und besitzt einen hohen Freizeitwert.“ Geschäftsführer Benneker erklärte: „Es ist unser Herzensprojekt und besitzt für uns oberste Priorität.“
Häufig gestellte Fragen
Wann wird das neue Freibad in Oerlinghausen voraussichtlich eröffnet?
Die Eröffnung des Freibads Oerlinghausen ist nach Angaben von Stadtwerke-Geschäftsführer Benneker realistischerweise für Mai 2028 geplant, ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen.
Welche Gründe führten zu den Verzögerungen und höheren Kosten beim Bau des Freibads?
Als Hauptgründe für die Verzögerungen und die Kostensteigerung wurden langwierige europaweite Ausschreibungen und der unerwartete Fund eines Felsens bei Probebohrungen genannt, der das Bauvorhaben zusätzlich erschwert.
Wie hoch sind die aktuellen geschätzten Kosten für den Freibad-Neubau und wie werden sie finanziert?
Die aktuellen geschätzten Baukosten belaufen sich auf 9,2 Millionen Euro. Davon erhält die Stadt 3,8 Millionen Euro als Förderzuschüsse vom Land, und weitere 5 Millionen Euro stellt die Stadt selbst bereit.
Welche Neuerungen sind für das Freibad Oerlinghausen geplant?
Das neue Freibad wird ein geteiltes Schwimmer- und Sprungbecken, ein Nichtschwimmerbecken sowie ein neues Kleinkinderbecken mit Spiel- und Wasserelementen bieten. Zusätzlich sind neu gestaltete Umkleide- und Sanitärbereiche, eine barrierefreie Zugänglichkeit, moderne Technik zur Senkung der Betriebskosten und ein gastronomischer Betrieb vorgesehen.

