Stellten den Start der Kampagne vor (v. l.): Kerstin Buchta (Diakonie für Bielefeld), Ingo Nürnberger (Dezernent für Soziales und Integration), Simone Mansfeld (profamilia Bielefeld) und Gesa Lehmann (SkF Bielefeld). Foto: Stadt Bielefeld
Bielefeld stärkt schwangere Frauen in Notlagen
Kampagne „Schwanger, was jetzt?“ startet in Bielefeld
Bielefeld (bi). Angesichts der Herausforderungen einer ungeplanten oder ungewollten Schwangerschaft, insbesondere für Frauen in prekären Lebenssituationen, startet die Stadt Bielefeld eine umfassende Aufklärungskampagne. Diese Woche geht die im Oktober 2024 vom Sozial- und Gesundheitsausschuss beauftragte Initiative „Schwanger, was jetzt?“ offiziell an den Start.
Ziele und Kooperationspartner der Initiative
Sozialdezernent Ingo Nürnberger erklärt das Ziel: „Wir wollen junge Frauen und Frauen in schwierigen Lebensverhältnissen einfach verständlich und zielgruppengerecht über die Möglichkeiten rund um Schwangerschaft und die vertrauliche Geburt informieren.“ Die Stadt arbeitet hierfür eng mit pro familia Bielefeld, dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und der Diakonie für Bielefeld zusammen. Diese Partner bringen langjährige Expertise in der Schwangerschaftsberatung mit und stehen den Frauen an ihrer Seite.
Vielfältige Kommunikationswege für maximale Sichtbarkeit
Die Kampagne nutzt vielfältige Kommunikationswege: Von Beiträgen in sozialen Netzwerken über eine Plakatkampagne an stark frequentierten Orten bis hin zu digitaler Monitorwerbung im ÖPNV (Infoclips in allen Bussen und Straßenbahnen von moBiel) soll eine maximale Sichtbarkeit erzielt werden. Für schwer erreichbare Zielgruppen, wie wohnungslose Frauen, werden alltagspraktische Gegenstände mit Hinweisen auf die Beratungsangebote verteilt, um niedrigschwellige Zugänge zu ermöglichen.
Kostenlose und anonyme Beratungsangebote
„Die Schwangerschaftsberatungsstellen in Bielefeld sind für alle Frauen und Mädchen da! – egal ob es um Adoption, Elterngeld oder eine ungeplante Schwangerschaft geht“, betont Simone Mansfeld von pro familia. Sie hebt hervor, dass die Angebote kostenlos und auf Wunsch anonym sind. Gesa Lehmann vom SkF ergänzt: „Jede Schwangerschaft ist einzigartig. Wir begleiten Frauen in schwierigen Momenten mit Respekt und ohne Vorurteile, um ihnen das Recht auf Unterstützung, Schutz und gute Entscheidungen zu gewährleisten.“
Informationen online und Finanzierung der Kampagne
Alle Informationen sind auf der städtischen Homepage unter www.bielefeld.de/schwangerwasjetzt gebündelt. Die Seite wird kontinuierlich aktualisiert. Parallel zur Öffentlichkeitsarbeit wird die Netzwerkarbeit intensiviert, etwa mit Streetwork und Schulsozialarbeit, um individuelle Unterstützung sicherzustellen. Die Kosten für die zweijährige Kampagne belaufen sich auf rund 50.000 Euro und werden aus dem laufenden Haushalt finanziert.