Der Hermann zeigt dem AfD Chef seinen verhüllten Rücken. Fotos: Reiner Toppmöller
Björn Höcke (AfD) besucht die Externsteine – Angekündigter Besuch des Hermannsdenkmal kurzfristig umgelegt
Detmold/Kreis Lippe (rto). Eine bewusste Provokation? Am Sonntag wollte der Landeschef der AfD in Thüringen, Björn Höcke, der wegen verbotener Naziparolen rechtskräftig verurteilt wurde, und öffentlich als Faschist bezeichnet werden darf, zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten der AfD, Matthias Helferich und anderen NRW-AfD Politikern die Externsteine. Angekündigt war der Besuch des Hermannsdenkmals in der Zeit zwischen 11.00 – 13.00 Uhr um einen „Spaziergang” zu machen.
Proteste und historische Bedeutung der Kultorte
Dort warten aber bereits über 300 Demonstranten und ein großes Aufgebot an Polizeikräften. Das Hermannsdenkmal und die Externsteine hatten im Nationalsozialismus eine propagandistische Bedeutung und sind für rechtsextreme Kreise bis heute als Kultort eine besondere Bedeutung.
Stellungnahme und Maßnahmen des Landesverbandsvorstehers
Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast war selbst am Hermannsdenkmal und zeigte sich erfreut über die hohe Anzahl an Protestierenden.
„Das Denkmal ist ein frei zugänglicher Ort. Wir konnten Den Besuch nicht verbieten. Aber in Absprache mit der Polizei wurde das Denkmal abgesperrt. Zugelassen waren aber die beiden angemeldeten Demonstrationen“, sagte er. Während des Gesprächs bekam er die Nachricht, dass die AfD-Delegation an den Externsteinen angekommen war. Dort gab es aber nur wenig Demonstranten. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Betreiber der beiden Ausflugsziele kämpft seit Jahren gegen die Vereinnahmung der Orte durch Rechtsextreme.
Neujahresempfang in Dortmund und rechtliche Einordnung
Am Sonntagabend wurde Höcke als Redner beim Neujahresempfang der AfD-Fraktion im Dortmunder Rathaus erwartet. Dort hatte die Stadt Dortmund noch versucht die Rede im Rathaus zu verbieten, scheiterte jedoch in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Höcke und die AfD werden in Thüringen vom dortigen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet.
Geplanter Parteitag und historische Parallelen
Die Partei plant jetzt ihren Parteitag am 4./5.7.2026 im thüringischen Erfurt. Ein Zufall? Sicher nicht. Vor hundert Jahren, am 3./4.7.1926, hielt den NSDAP ihren Parteitag in Weimar ab. Thüringen gilt historisch als das erste Land, in dem die Nationalsozialisten im Jahr 1930 Regierungsverantwortung übernahmen. Dort finden auch 2029 Landtagswahlen statt. Die AfD gilt derzeit als stärkste Partei.