Sicherheit im Nahverkehr: Kostenlose Führungen und neuer NRW-Bericht

17. Juli 2026 | Bielefeld

Drei lächelnde Personen in Uniformen und Warnwesten im Gespräch in einem Nahverkehrszug

Wissen macht sicher! Kostenfreie Sicherheitsführungen im WestfalenTarif vermitteln Handlungskompetenz – Landesbericht zeigt Trends und Maßnahmen auf

Das Kompetenzcenter Sicherheit NRW (KCS) und der Nahverkehr WestfalenLippe (NWL) laden in diesem Herbst zu zwei kostenfreien Sicherheitsführungen ein, die Fahrgästen praktische Handlungskompetenz im Umgang mit Gefahrensituationen vermitteln sollen. Parallel dazu beleuchtet der neu veröffentlichte Sicherheitsbericht des Landes NRW die aktuelle Lage im Nahverkehr und bilanziert verstärkte Schutzmaßnahmen sowie ein gestiegenes Sicherheitsgefühl.

Interaktive Sicherheitsführung in Bielefeld

Im Rahmen des Projekts „Fokus Sicherheit“ bieten KCS und NWL interaktive Rundgänge an. Ein Termin findet am Donnerstag, den 25.9.2026, in Bielefeld statt, beginnend bei den Stadtwerken und führend zum Hauptbahnhof. Teilnehmer erhalten von 13.00 – 16.00 Uhr wertvolles Profi-Wissen von Expertinnen und Experten der Bundespolizei und der Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Führungen vermitteln praxisnahe Handlungskompetenz für Konflikt- und Gefahrensituationen, erläutern technische Systeme wie Kamera- und Notrufsysteme sowie die Arbeit der Bahnhofsmission. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher ist eine frühzeitige Anmeldung unter: www.kcsicherheit.de/sicherunterwegs erforderlich. Ein Kurz-Video auf der Plattform fasst die wichtigsten Informationen vorab zusammen.

Landesweiter Sicherheitsbericht 2025: Herausforderungen und Maßnahmen

Die Notwendigkeit zielgerichteter Prävention unterstreicht der aktuelle Sicherheitsbericht 2025 für Nordrhein-Westfalen, vorgelegt vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV) und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Im Jahr 2025 wurden 20.153 sicherheitsrelevante Vorfälle in NRW-Nahverkehrszügen erfasst, ein Anstieg von 1.348 Fällen gegenüber dem Vorjahr, primär bedingt durch Sachbeschädigungen und Verunreinigungen. Während Diebstähle und Körperverletzungen zurückgingen, stellen 5.551 Fälle von Beleidigungen weiterhin den größten Anteil dar, oft zulasten des Zug- und Kontrollpersonals.

Zur Stärkung des Schutzes investiert das Land rund 230.000,00 € in einen neuen IHK-Zertifikatslehrgang zur „Sicherheitskraft im ÖPV“ und plant 40 Zivilcourage- und Deeskalationstrainings in Kooperation mit der „muTiger-Stiftung“. Positiv ist, dass das subjektive Sicherheitsempfinden der Fahrgäste an Bahnhöfen seit 2022 kontinuierlich steigt, was auf eine Erhöhung des Präsenzpersonals, um fast 60 Prozent im Jahr 2025 zurückzuführen ist. Zukünftig setzt NRW auf den Ausbau technischer Hilfsmittel: Rund 95 Prozent der Nahverkehrszüge verfügen bereits über Videotechnik. Geplant sind die Prüfung von KI-gestützten Systemen zur Früherkennung von Konflikten und der Ausbau von Live-Aufschaltungen zur Bundespolizei. Zudem unterstützt das KCS die Verkehrsunternehmen bei der Einführung von Bodycams für Zugbegleiter zur Deeskalation kritischer Situationen.

Anmeldung für die Sicherheitsführungen

Über Online-Formular: www.kcsicherheit.de/sicherunterwegs

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