Steine zum Sprechen bringen

4. Mai 2026 | Oerlinghausen

Zwei bronzene Stolpersteine mit eingravierten Namen im Pflaster, daneben liegt eine orange-rosa Rose

Eine Initiative begleitet die kleinen Erinnerungszeichen auf vielfältige Weise

Oerlinghausen (kd). Mit der Aktion Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig wird an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Auch in Oerlinghausen wurden bereits 13 dieser kleinen Kunstdenkmale im Boden verlegt. Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich zu einer Initiative zusammengefunden, um auf vielfältige Weise das Gedenken wachzuhalten und die Steine auf diese Weise zum „Sprechen“ zu bringen.

Das Projekt Stolpersteine

1992 begann der Künstler Gunter Demnig sein Projekt. Mit kleinen Gedenktafeln in Gehwegen soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Mittlerweile sind 116.000 Steine in 31 europäischen Ländern zu finden. Es ist das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Stolpersteine in Oerlinghausen

Nach einem Beschluss im Stadtrat wurden 2024 auch in der Bergstadt die ersten zwölf Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Ein weiterer Stein ist dem italienischen Zwangsarbeiter Giuseppe la Nave gewidmet. Ihre Lebenswege hat der Historiker Jürgen Hartmann beschrieben, nachzulesen im Erinnerungsbuch, veröffentlicht auf der Internetseite der Stadt.

Aktivitäten der Initiative

Auf Wunsch der Stadtverwaltung hat sich eine Initiative von 25 engagierten Privatpersonen zusammengefunden. Sie pflegen die Steine nicht nur, sondern unterhalten auch Kontakte zu den Nachfahren der Opfer, stehen im Austausch mit der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, der Deutsch-Jüdischen Gesellschaft, zum Soziokulturellen Zentrum KNUP und weiteren Institutionen. Gemeinsam mit dem Heimatverein Oerlinghausen organisierte die Initiative eine vielbeachtete Veranstaltung zur Fluchtgeschichte der emigrierten Familien. Weitere öffentliche Veranstaltungen sind vorgesehen.

Kommende Verlegung 2026

Dank umfangreicher Recherchen konnte Jürgen Hartmann auch die Daten zu jenen Personen zusammentragen, die aus Glaubensgründen zur Emigration gezwungen wurden. In Erinnerung an die früheren Oerlinghauser Familien Bornheim, Kulemeyer und Paradies werden am 10.6.2026 weitere zehn Stolpersteine verlegt. Einige der Nachfahren, die heute in Südamerika leben, haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Es ist geplant, der öffentlichen Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu verleihen. Dazu werden die beiden weiterführenden Schulen – Niklas-Luhmann-Gymnasium und Heinz-Sielmann-Schule – musikalische und literarische Beiträge vorbereiten. Insofern greift die Initiative den Gedanken von Gunter Demnig auf, die Stolpersteine sollten verdeutlichen, dass die Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus nicht irgendwo geschahen, sondern ganz in der Nähe.

Nächstes Treffen und Kontakt

Die Mitglieder der Initiative treffen sich wieder am Dienstag, den 19.5.2026, ab 17.00 Uhr im Bürgerhaus, Tönsbergstraße 3. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen (E-Mail: kontakt@stolpersteine-oerlinghausen.de)

Unterstützung und Spenden

Zur Finanzierung des Rahmenprogramm der nächsten Verlegeaktion wird um Spenden gebeten. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Oerlinghausen hat dafür freundlicherweise sein Konto zur Verfügung gestellt: Sparkasse Lemgo DE 17 4825 0110 0007 1538 10 (Spendenquittung auf Wunsch)

Weitere Informationen

Weitere Informationen im Internet: www.stolpersteine-oerlinghausen.de

 

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