Thomas Jahn hat seine persönlichen Prioritäten neu bewertet. Foto: kd
Der Körper setzt die Grenzen
Leopoldshöhe (kd). Für Thomas Jahn hatte die Politik lange Zeit immer Vorrang. Der 55-Jährige hatte schon mehrere Ämter inne, unter anderem als Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands Leopoldshöhe. Zuletzt war er als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Rat und als Vorsitzender des Betriebsausschusses Eigenbetriebe tätig. Zum 1.4.2026 hat er nun diese Aufgaben niedergelegt. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn dazu.
Neubewertung der Prioritäten nach Schlaganfall
„Ich habe ganz viel Glück gehabt“, berichtete Jahn. Bereits Mitte des vergangenen Jahres trat er etwas kürzer. „Anfang Januar zeigte sich, dass dieser Schritt für mich persönlich richtig war. Ansonsten hätte ich den erlittenen Schlaganfall nicht so gut überstanden.“ In der Folge habe er seine persönlichen Prioritäten neu bewertet. „Das war eine logische Konsequenz.“
Engagement für das Gemeinwohl
„Ich habe die mir angetragenen Aufgaben immer mit großem Engagement und Enthusiasmus wahrgenommen“, sagte Jahn. Sein Ziel sei es stets gewesen, „den bestmöglichen Kompromiss zu finden im Sinne der Gemeinde“. Dass es auch viel Kritik, die zum Teil sehr unsachlich war, habe er hingenommen. Denn die Möglichkeit, sich für die Belange der Bürgerschaft einsetzen zu können, erschien ihm wichtiger. „Kommunalpolitik heißt, mit Mut zu handeln, mitreden und mitentscheiden zu können“, lautet seine Devise. Entsprechend seiner sozialdemokratischen Überzeugung ergänzte er: „Wir sind nicht dazu da, die Reichen glücklich zu machen, sondern für diejenigen etwas zu tun, die es nicht so dicke haben.“
Erfolge in der Bauentwicklung
Thomas Jahn hält sich zugute, vieles zur baulichen Entwicklung maßgeblich begleitet und angestoßen zu haben. Das Baugebiet Brunsheide zählt er ebenso dazu wie das B 4 und den Fußweg entlang der L 751. „Als Kommunalpolitiker kann man viele kleine Dinge bewegen“, sagte er. „Ich bin ein Freund von kleinen Lösungen.“
Fokus auf Genesung und Familie
Derzeit müsse er sich jedoch vorrangig um seine Genesung kümmern und mit Einschränkungen leben. So dürfe er drei Monate lang nicht selbst Auto fahren, habe sich aber schon an Bahn und Bus gewöhnt. Gefreut habe er sich über die wertschätzenden und motivierenden Worte von einigen Ratsmitgliedern. Er werde sich jetzt mehr der Familie und dem Beruf widmen. „Ich habe einen wundervollen Arbeitgeber, eine tolle Aufgabe und eine wunderbare Familie und Enkelkinder“, sagte Jahn. „Außerdem freue ich mich über wesentlich mehr Freizeit, die in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist. Mein Garten wartet dringend auf mich.“
Begrenzte politische Zukunft
Den Politikbetrieb möchte er jedoch nicht vollständig verlassen. Als gewählter Vertreter werde er seinen Sitz im Rat und im Kreistag bis zum Ende der Wahlperiode behalten. Eine erneute Kandidatur schließt er allerdings aus. „Ich muss jetzt schauen, wie es weitergeht“, betont Jahn. „Ich engagiere mich weiterhin gern, das beflügelt mich auch, weiß aber nicht, was ich noch schaffen kann.“ Der Krankenhausaufenthalt habe ihm gezeigt: „Der Körper setzt die Grenzen.“