Tretboote des awb sollen weg

30. Juli 2026 | Bad Salzuflen

Mehrere weiße Tretboote in transparenter Folie und mit Seilen gesichert auf Holzhackschnitzeln am Rand einer Grünfläche

Die sterbenden Schwäne vom Kurparksee

In Bad Salzuflen ist entschieden worden, dass die Schwanen-Tretboote des Vereins awb ab dem Jahr 2025 nicht mehr auf dem Kurparksee eingesetzt werden dürfen. Diese Entscheidung der Verwaltung folgt auf wiederholte Konflikte im Sommer und Herbst 2025, als der sogenannte „Schwanenvater“ die Boote und ihre Nutzer angriff, was Tierschützer auf den Plan rief und zu einer vorübergehenden Einstellung des Verleihs führte.

Zunächst gab es den kämpferischen Schwanenvater, der seine Familie schützen wollte und auf Boote und Menschen losging. Danach viele Tierschützer, die sich für die Schwanenfamilie einsetzten. Jetzt sollen die Tretboot-Schwäne überhaupt nicht mehr auf das Wasser.

Historie der Bootsnutzung

Nachdem der Kurparksee in den sechziger Jahren ein beliebter Teil des sonntäglichen Ausflugs war (man konnte damals mit Paddelbooten dort fahren), kamen nach vielen Jahren ohne, im Jahr 2001 wieder Boote aufs Wasser. Damals hatte der damalige Leiter des Arbeitsamtes, Ernst-Wilhelm An Huef, die Idee mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die nostalgischen, nach alten Plänen rekonstruierten Ruderboote auf dem See anzubringen. Dazu gab es die Zusammenarbeit mit dem Verein Arbeit-Werkstatt-Bildung (awb). Zehn, nach alten Plänen aus dem 19. Jahrhundert rekonstruierte Holzboote, wurden so gebaut und zu Wasser gelassen. Die Boote zerfielen im Laufe der Jahre, wurden teilweise erneuert, aber immer weniger. Für den awb war die sommerliche Verleihe nicht nur Arbeitsprogramm, sondern auch Einnahmequelle.

Die Wiederbelebung und der Konflikt

Mit drei neuen Booten und zwei gesponserten Tretbooten, die aussehen wie Schwäne, sollte es nun im Jahr 2025 wieder losgehen. Solche Schwanentretboote fahren auch in Münster auf dem Aasee oder am Steinhuder Meer, also nichts Besonderes und eigentlich ein Publikumsmagnet.

Doch die Boote gefielen dem Schwanenvater am Kurparksee nicht. Er griff sie und die mit ihnen fahrenden Menschen an. Angeblich soll er auch durch die Boote verletzt worden sein, was wiederum die Tierschützer auf den Plan rief. Nachdem der Verleih deshalb im Sommer und Herbst 2025 wegen der Zwischenfälle mit der dortigen Schwanenfamilie vorübergehend komplett gestoppt wurde, gab es Diskussionen, auch im politischen Raum, wie es weitergehen sollte. Trotz hunderter Unterschriften für den erneuten Einsatz der Schwanentretboote im See und auch dem Angebot des awb, diese ohne die Hälse fahren zu lassen, sollen sie jetzt aber nicht mehr aufs Wasser. Die Verwaltung begründet dies mit dem Schutz der Menschen, der Fauna und der Flora am Kurparksee. „Der Kurparksee ist nicht so groß wie der Münsteraner Aasee oder das Steinhuder Meer. Die Boote sind schlicht zu groß für unser Gewässer und sehen für den Schwan wie Konkurrenten aus“, so Ralf Hammacher. Er betont aber, dass ein Freizeitangebot am See nötig ist. „Die Gäste sollen sich hier ja wohlfühlen und mit dem awb arbeiten wir ja gut zusammen“, sagt er.

Folgen und ein Blick in die Zukunft

Für den awb rechnet sich jetzt die Bootsverleihung mit den drei Ruderbooten gar nicht mehr, war von dort zu erfahren. Nun stellt sich die Frage, ob der Sponsor der beiden Schwäne nicht vielleicht auch bereit ist, weitere Ruderboote zu sponsern. Mit der Eröffnung des ehemaligen Hortus Vitalis gegenüber und sogar einer Brücke vom Rundwanderweg dorthin, ist eigentlich eine gute Symbiose für den Nachmittagsausflug geschaffen worden. Mit der Neugestaltung des Kurparks, dem Hortus Vitalis und einem attraktiven Bootsverleih mit Ruderbooten würde der Bereich Kurpark/Landschaftsgarten doch ein gelungenes Ausflugsziel bieten.

Jetzt stehen die beiden „geköpften” Schwäne auf der Quellen-Insel und sehen eher ihrem Ende am Kurparksee als einer Zukunft auf dem Wasser entgegen. Und anders als im berühmten Ballett wird es kein Happy End geben, sondern in die Stadtgeschichte als die sterbenden Schwäne vom Kurparksee eingehen.

Häufig gestellte Fragen

Warum dürfen die Schwanen-Tretboote des awb nicht mehr auf den Kurparksee in Bad Salzuflen?

Die Verwaltung begründet die Entscheidung mit dem Schutz der Menschen, Fauna und Flora am Kurparksee. Laut Ralf Hammacher von der Verwaltung sind die Boote zu groß für das Gewässer und wirken auf den Schwan wie Konkurrenten. Zuvor gab es Angriffe des sogenannten „Schwanenvaters“ auf die Boote und Menschen, was Tierschützer auf den Plan rief.

Seit wann gibt es Bootsangebote auf dem Kurparksee?

In den 1960er Jahren gab es Paddelboote auf dem Kurparksee. Nach einer längeren Pause wurden ab dem Jahr 2001 wieder Boote, damals Ruderboote des Vereins awb, auf dem See eingesetzt. Die Schwanen-Tretboote sollten ab 2025 wiederbelebt werden.

Welche Folgen hat das Verbot der Schwanen-Tretboote für den Verein awb?

Für den awb rechnet sich der Bootsverleih mit den verbleibenden drei Ruderbooten nicht mehr, da die Schwanen-Tretboote eine wichtige Attraktion und Einnahmequelle darstellten. Dies beeinflusst sowohl das Arbeitsprogramm als auch die Einnahmen des Vereins.

Gibt es Pläne für zukünftige Freizeitangebote auf dem Kurparksee?

Ralf Hammacher von der Verwaltung betont, dass ein Freizeitangebot am See nötig ist. Es wird diskutiert, ob Sponsoren bereit sind, weitere Ruderboote für den awb zu sponsern, um den Kurpark und den Landschaftsgarten weiterhin als attraktives Ausflugsziel anzubieten.

Eine temporäre Fußgängerbrücke führt zu einem Parkbereich mit Schildern für Webers Garten und Hortus Vitalis
Die neue Brücke zu Hortus Vitalis gegenüber der Insel.
Teilen:
Facebook
Whatsapp
Twitter
×

DasBlatt Newsletter

Bleiben Sie informiert!

Alle 2 Wochen lokale Neuigkeiten
Interessante Kleinanzeigen
50% Rabatt-Gutschein als Willkommensgeschenk
Jederzeit kündbar

Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Ihre Daten werden vertraulich behandelt.
Datenschutzerklärung