
Die Fehlzeiten wegen Rückenbeschwerden sind im vergangenen Jahr weiter auf hohem Niveau. Foto: AOK/Colourbox/hfr
AOK NordWest warnt: Hohe Fehlzeiten aufgrund von Rückenleiden in Lippe und Bielefeld
Die Belastung durch Rückenschmerzen bleibt in der Region alarmierend hoch. Eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest offenbart, dass im Jahr 2025 allein bei AOK-Versicherten im Kreis Lippe insgesamt 141.595 Fehltage auf Rückenbeschwerden zurückzuführen waren. In Bielefeld waren es 120.291 Fehltage. „Rückenbeschwerden gehören zu den größten Gesundheitsproblemen. Sie schränken die Lebensqualität vieler Menschen stark ein. Um Rückenschmerzen vorzubeugen, hilft nachweislich regelmäßige körperliche Aktivität“, betont AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner anlässlich des bundesweiten Tages der Rückengesundheit am 15.3.2026.
Die Zahlen unterstreichen den Ernst der Lage: Etwa 112.800 Menschen im Kreis Lippe, das sind 32,2 Prozent der Bevölkerung, befanden sich 2025 wegen Rückenschmerzen in ärztlicher Behandlung. In Bielefeld waren es 96.400 Personen, was 28,5 Prozent entspricht. Die Häufigkeit der Erkrankungen steigt in Westfalen-Lippe mit zunehmendem Alter deutlich an, wobei Frauen in fast allen Altersgruppen stärker betroffen sind als Männer.
Vielfältige Risikofaktoren im Fokus
Neben dem Alter tragen verschiedene Faktoren zur Entstehung und Chronifizierung von unspezifischen Rückenschmerzen bei. Die ‚Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Nicht-spezifischer Kreuzschmerz‘ nennt psychosoziale Aspekte wie Depressionen, Stress oder ausgeprägtes Schonverhalten als Ursachen. Auch arbeitsplatzbezogene Belastungen wie schwere körperliche Arbeit, einseitige Haltungen, Unzufriedenheit oder Mobbing spielen eine Rolle. Weitere Risiken umfassen Rauchen, geringe körperliche Kondition, Alkoholkonsum und Übergewicht.
Bewegung statt Schonung: Der beste Schutz
Langes Sitzen und andere ungünstige Arbeitsbedingungen beanspruchen den Rücken immens. „Der erste Reflex bei Rückenschmerzen ist oft, sich ins Bett zu legen. Doch eine derartige Schonung schwächst die Muskulatur und führt leicht in einen Teufelskreis aus Schmerz und Verspannung“, erklärt Wehmhöner. Die effektivste Präventionsmaßnahme ist daher nachweislich regelmäßige körperliche Aktivität. Sie beugt der Entstehung und Chronifizierung von Rückenschmerzen vor.
Kostenlose Unterstützung durch die AOK
Die AOK NordWest bietet im Rahmen ihrer Kampagne „Gesunder Rücken – stark fürs Leben“ konkrete Hilfe an. Der ‚AOK-Rückentrainer‚ ist ein sechswöchiges Videoprogramm mit Übungen, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen – kostenlos und ohne Hilfsmittel, auch für Nicht-Versicherte unter aok.de/rueckentrainer. Zusätzlich unterstützt die AOK ihre Versicherten mit individueller Bewegungsberatung und einer Vielzahl von Kursangeboten vor Ort und online. Weitere Informationen finden sich unter aok.de/pk/gesundheitskurse.

